Genf/Tel Aviv

Uno sieht im Gaza-Konflikt Kriegsverbrechen auf beiden Seiten

Genf/Tel Aviv.  Im Gaza-Krieg von 2014 haben Israel und Palästinenser laut Uno zahlreiche Kriegsverbrechen begangen. Dies gelte für Angriffe Israels auf den dicht bewohnten Gaza-Streifen, aber auch für die Raketenabschüsse der Palästinenser auf israelisches Gebiet, geht aus dem Bericht der Uno-Untersuchungskommission zum Gaza-Krieg hervor. Die Kommission verurteilte auch die „außergerichtlichen Hinrichtungen von angeblichen Verrätern“ aufseiten der Palästinenser. „Die Opfer beider Seiten haben das Recht gehört zu werden“, sagte die Vorsitzende der Kommission, Mary McGowan Davis, am Montag in Genf.

Israel kritisierte den Bericht als politisch motiviert. Er sei von einer „notorisch einseitigen Institution“ verfasst worden, teilte das Außenministerium in Jerusalem mit. Es sei „bedauerlich, dass der Bericht nicht den klaren Unterschied zwischen dem moralischen Verhalten Israels (...) und dem der Terrororganisationen anerkennt“.

Die Kommission drängte darauf, die Verantwortlichkeiten umfassend aufzudecken. Sie seien „ein Schlüsselfaktor für die Frage, ob Palästinensern und Israelis eine weitere Runde von Feindseligkeiten und Verletzungen internationalen Rechts künftig erspart bleibt“, heißt es in dem Bericht.

Die Kommission hatte zahlreiche Zeugen befragt. Entgegen der offiziellen Linie tiefer Feindschaft zwischen Palästinensern und Israelis sei dabei immer wieder – trotz allen Leids – der Wunsch zum Ausdruck gekommen, dass beide Seiten einen „sicheren und langen Frieden“ aushandeln sollten, sagte Davis. Während des 50-tägigen Gaza-Kriegs waren 2250 Palästinenser getötet worden, darunter 1400 Zivilisten. Auf israelischer Seite starben mehr als 70 Menschen. Unter ihnen waren sechs Zivilisten.