Tel Aviv/Gaza

Machtkampf zwischen Hamas und Salafisten

Tel Aviv/Gaza.  Nach dem zweiten Raketenangriff auf Israel binnen zehn Tagen haben israelische Kampfflugzeuge erneut Ziele in Gaza attackiert. In der Nacht zum Donnerstag seien drei Stätten der örtlichen „Terror-Infrastruktur“ angegriffen worden, teilte die israelische Armee mit. Verteidigungsminister Mosche Jaalon drohte, man werde keinen Versuch dulden, den Bürgern Israels zu schaden. „Wir werden härter angreifen, wenn wir es müssen“, hieß es in einer Mitteilung.

Militante Palästinenser hatten am späten Mittwochabend zwei Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Die Raketen schlugen nach Armeeangaben auf offenem Feld ein. Verletzte wurden nicht gemeldet. Zu dem Angriff bekannte sich eine radikale Gruppe, die mit der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) sympathisiert. Die Salafistenorganisation wirft der Hamas vor, vor zwei Tagen einen ihrer Anhänger getötet zu haben, um sich mit Israel gutzustellen. Die Hamas geht seit einiger Zeit härter gegen Mitglieder von Salafistengruppen im Gazastreifen vor.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte am Montag den Gazastreifen besucht und neue internationale Anstrengungen für eine Öffnung des Palästinensergebietes verlangt. Israel und die Palästinenser hatten nach dem jüngsten Gaza-Krieg Ende August vergangenen Jahres eine unbefristete Waffenruhe verkündet. In dem 50-tägigen Krieg waren rund 2200 Palästinenser und mehr als 70 Israelis getötet worden.