Zähe Verhandlungen im Kita-Streik – Ergebnis erwartet

Gewerkschaften und Arbeitgeber ringen um eine Lösung

Im Tarifkonflikt um Kita-Erzieher und Sozialarbeiter hat sich am Mittwoch zunächst kein Durchbruch abgezeichnet. Die Gewerkschaften Ver.di, GEW und der Beamtenbund dbb sowie der kommunale Arbeitgeberverband VKA verhandelten in Berlin am dritten Tag in Folge. Ein Ende der Kita-Streiks war damit dennoch zunächst noch nicht absehbar.

Ver.di-Chef Frank Bsirske sagte am Morgen: „Der heutige Tag wird letztlich entscheidend sein.“ Für eine Lösung müssten beide Seiten weiter aufeinander zugehen. „Ob das gelingt, ist nach dem bisherigen Verlauf nicht sicher.“ VKA-Präsident Thomas Böhle zeigte sich zuversichtlicher: „Ich gehe davon aus, dass wir ein Ergebnis erzielen werden.“ Dies solle noch am Mittwoch geschehen, meinte er.

Die Verhandlungen für die rund 240.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst waren am Montag nach drei Wochen Streik fortgesetzt worden. Die Ausstände gehen aber vorerst weiter und sollen frühestens Anfang kommender Woche beendet werden. Die Gewerkschaften fordern eine bessere Bezahlung für alle, im Schnitt soll es zehn Prozent mehr geben. Die VKA bot Verbesserungen für einzelne Beschäftigtengruppen. VKA-Präsident Böhle sagte: „Wir sind auf der Zielgeraden, das heißt, das Ziel ist in Sichtweite.“ Es seien aber noch einige Anstrengungen nötig. Ver.di-Chef Bsirske hob hervor: „Wir haben nach wie vor eine Situation, wo nicht alle Gruppen in die Aufwertung einbezogen werden sollen, was für uns ein No-Go ist.“ Das bedeutet, es würde nicht für alle Betroffenen mehr Geld geben - was Ver.di aber unbedingt möchte.

Für Sozialarbeiter hatten die Arbeitgeber weiterhin keine Erhöhungen vorgesehen, die auch nur annähernd den Vorstellungen der Gewerkschaften entsprochen hätten. Die Delegationen der beteiligten Organisationen berieten getrennt, aber auch die Spitzenrunde von jeweils sechs Verhandlern trat zwischendurch zusammen. Böhle sprach am Morgen davon, dass er „in ungefähr sechs bis acht Stunden“ auf ein Ergebnis hoffe. Bsirske sagte hingegen: „Es kann in der Tat spät werden.“ Böhle sagte: „Wenn wir ein Ergebnis erzielen, halte ich es für logisch, dass nicht mehr gestreikt wird.“ Für heute lädt Ver.di 350 Streikdelegierte nach Frankfurt ein. Bsirske will die Delegierten über die Verhandlungen informieren.