Warschau

Polen verweigert russischen "Nachtwölfen" die Einreise

Nationalistischer Motorradclub auf "Siegestour" nach Berlin

Warschau.  Polnische Grenzer haben am Montag zehn Mitglieder des russischen Motorradclubs „Die Nachtwölfe“ an der Einreise gehindert. Wie ein Sprecher des polnischen Grenzschutzes mitteilte, wollten die Biker aus Weißrussland kommend nach Polen fahren. Mitglieder des umstrittenes nationalistischen Clubs befinden sich auf einer sogenannten Siegestour zum Weltkriegsgedenken, die sie nach Berlin führen soll. Polen hatte im Vorhinein angekündigt, die Fahrt durch sein Territorium zu verbieten.

Als Begründung hatte das Außenministerium in Warschau angegeben, es fehlten genaue Angaben über das geplante Programm sowie mögliche Unterkünfte der Tour-Teilnehmer, ohne die deren Sicherheit nicht gewährleistet werden könne. Die polnische Ministerpräsidentin Ewa Kopacz hatte die am Sonnabend gestartete Tour als eine „einzige Provokation“ bezeichnet.

Die „Nachtwölfe“ wollen aus Anlass des Sieges über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren den Weg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg von Moskau nach Mitteleuropa nachfahren. Am 9. Mai, dem Tag der bedingungslosen Kapitulation der Nazis, soll die Tour in Berlin enden. Deutschland will führenden Mitgliedern des Motorradclubs die Einreise verweigern. Viele Polen sehen die Tour angesichts jahrzehntelanger Moskauer Dominanz in der Sowjetzeit und der Rolle Russlands in der Ukrainekrise kritisch. Sie kreiden den „Nachtwölfen“, deren Chef Alexander Saldostanow enge Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin pflegt, zudem an, dass sie die Gegner der Kiewer Regierung in der Ostukraine unterstützen.