Aus Angst vor Anschlägen

USA verbieten bei Direktflügen nicht aufgeladene Handys

Die USA haben aus Sorge vor Anschlägen die Sicherheitsmaßnahmen in Flugzeugen erhöht. Auf bestimmten Direktflügen aus Europa, Afrika und dem Nahen Osten ist die Mitnahme nicht aufgeladener Smartphones verboten.

Washington. Wer mit einem leeren Handy-Akku aus Europa in die USA reisen will, könnte Probleme bekommen. Denn die USA verbieten aus Sorge vor Anschlägen künftig bei bestimmten Direktflügen die Mitnahme nicht aufgeladener Smartphones. Das gelte auch für andere elektronische Geräte bei Flügen, die von bestimmten Flughäfen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika in die USA starten, teilte die Behörde für Transportsicherheit (TSA) am Sonntag mit.

Sicherheitsbeamte könnten Fluggäste auffordern,ihre Geräte einzuschalten. Sollte sich zeigen, dass sie keinen Strom haben, dürften sie nicht mit an Bord genommen werden, hieß es in einer kurzen Mitteilung der TSA, in der keine weiteren Details genannt wurden. In Sicherheitskreisen hieß es, es gehe unter anderem um Apples iPhone und Galaxy-Smartphones von Samsung. Betroffen seien auch Tablet-Computer, Laptops und andere Geräte.

Die US-Regierung hatte am Mittwoch verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an Flughäfen mit Direktverbindungen in die USA angekündigt. Hintergrund ist nach Angaben von Insidern die Sorge, dass sich Al-Kaida-Mitglieder in Syrien und Jemen zur Entwicklung von Bomben zusammengeschlossen haben, die an Bord von Flugzeugen geschmuggelt werden könnten.

Einem Bericht nach überlegen US-Behörden seit Monaten, die Sicherheitsmaßnahmen zu verschärfen. Sie seien durch Geheimdiensthinweise angespornt worden, nach denen eine besonders extreme Untergruppe syrischer Terroristen in Zusammenarbeit mit jemenitischen Al-Qaida-Kämpfern „kreative“ neue Bomben entwickele. Sie könnten vorhaben, ein Flugzeug auf dem Weg in die USA oder nach Europa zum Absturz zu bringen.

Auch von Hamburg aus gibt es einen Nonstopflug in die USA: nach Newark im Bundesstaat New Jersey, an der Peripherie von New York.

Ein konkretes Ziel oder eine Zeitplanung lägen noch nicht vor. Eine mit den Informationen vertraute Quelle nannte die mögliche Bedrohung „andersartig“ und „viel bedrohlicher“ als bisherige Anschläge auf Flugzeuge.

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