Hintergrund: Die milliardenschwere Ökoenergie-Förderung

Berlin. Stromverbraucher finden bei der Zusammensetzung ihres Strompreises einen Posten namens EEG-Umlage. Sie ist seit dem Jahr 2000 im Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) verankert, um erneuerbare Energien wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse zu fördern. Derzeit sind 3,59 Cent je Kilowattstunde zu zahlen. Bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Jahr sind das für eine Familie Ökoförderkosten von 125 Euro pro Jahr ohne Steuern.

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem Marktpreis, etwa für eine Kilowattstunde Solarstrom, und dem festen Fördersatz. Ein Beispiel: Derzeit bekommt ein Hausbesitzer mit einer Solaranlage auf dem Dach 19,5 Cent pro Kilowattstunde. Wird der Strom für 5 Cent verkauft, müssen die Verbraucher 14,5 Cent über die EEG-Umlage bezahlen.

Das System wird zugleich immer öfter zum Problem, die Ökoenergien werden zum Opfer ihres eigenen Erfolges: Da immer mehr Solarstrom mittags den Börsenstrompreis senkt, wächst die Differenz zwischen Marktpreis und Fördersatz – und damit die Kosten für die Bürger.

2011 wurden insgesamt 16,4 Milliarden Euro an Vergütungen für die Produktion erneuerbarer Energien bezahlt. Der jeweils zum Start etwa eines Solarparks gültige Fördersatz wird auf 20 Jahre garantiert gezahlt. Daher belaufen sich nur für die Solarenergie die gezahlten und noch zu zahlenden Subventionen auf über 100 Milliarden Euro.

Für 2013 werden massive Steigerungen erwartet, auch weil der Solarausbau viel schneller verläuft als geplant. Zudem wurden energieintensive Unternehmen weitgehend von Ökoförderkosten befreit, die Lasten werden also auf weniger Schultern verteilt. (dpa)