Wirtschaftsminister mit Vorstoß

Fachkräftemangel: Begrüßungsgeld für Gastarbeiter

Der FDP-Minister Rainer Brüderle schließt dagegen aus, ausländische Fachkräfte mit Steuergeldern des Bundes nach Deutschland zu locken.

Düsseldorf. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will mit einem Begrüßungsgeld für Gastarbeiter gegen den Fachkräftemangel in Deutschland vorgehen. „Das Thema, wie Deutschland für ausländische Facharbeiter endlich attraktiv wird, steht ganz oben auf meiner Agenda“, sagte Brüderle dem „Handelsblatt“ vom Freitag. „Ich plane für die nächsten Monate eine Fachkräfte-Initiative.“ Ihm gehe es darum, „ein Gesamtkonzept zu entwickeln, mit dem qualifizierte ausländische Arbeitnehmer nach Deutschland kommen“.

Ein Mittel für die Anwerbung von Hochqualifizierten sei „die Reduzierung der Einkommensschwellen“ für ausländische Fachkräfte. Auch ein Begrüßungsgeld der Wirtschaft für Fachkräfte hält der Wirtschaftsminister für möglich. „Es ist denkbar, dass einige Unternehmen, die es sich leisten können und dringenden Bedarf haben, ausländischen Facharbeitern eine Lockprämie zahlen“, sagte Brüderle weiter. Ausgeschlossen sei dagegen, „dass der Bund mit Steuergeldern Fachkräfte aus dem Ausland den Weg nach Deutschland versüßt“.

Für seinen Vorstoß wolle er die Wirtschaftsverbände und auch Wissenschaftler einladen, sagte Brüderle. „Der Fachkräftemangel wird in den nächsten Jahren zum Schlüsselproblem für den deutschen Arbeitsmarkt und nicht die Arbeitslosigkeit“, sagte er. Bei drei Millionen Arbeitslosen sei das Problem noch nicht so sichtbar. „Aber je länger der Aufschwung anhält, desto größer wird das Problem.“