Libyen

Gaddafi verkaufte tonnenweise Goldreserven

Gaddafi habe örtlichen Händlern im April etwa 29 Tonnen Gold verkauft und so 1,7 Milliarden Dinar (997 Millionen Euro) eingenommen.

Tripolis. Während des Aufstands gegen seine Herrschaft verkaufte Gaddafi nach Angaben des neuen Zentralbankchefs rund 20 Prozent der Goldreserven des Landes. Mit dem Erlös habe Gaddafi Gehälter bezahlt, sagte Kassim Assus am Donnerstag. Gaddafi habe örtlichen Händlern im April etwa 29 Tonnen Gold verkauft und so 1,7 Milliarden Dinar (997 Millionen Euro) eingenommen. Assus erklärte, während des Aufstands seien keine Vermögenswerte der Zentralbank verschwunden.

Libyscher Regierungschef mahnt Gaddafi-Gegner zur Einheit

Der Chef der libyschen Übergangsregierung hat die Gegner des untergetauchten langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi zur Geschlossenheit aufgerufen. Der Kampf sei noch nicht vorüber, sagte Mahmud Dschibril am Donnerstag in Tripolis. Es dürfe nicht zu politischen Machtkämpfen untereinander kommen. Erst wenn Gaddafis Anhänger vollständig besiegt seien, „kann das politische Spiel beginnen“. Es war der erste Besuch Dschibrils in der libyschen Hauptstadt seit dem Sturz von Gaddafis. Zugleich drohte Dschibril indirekt mit Rücktritt, wenn Grabenkämpfe unter den Gaddafi-Gegnern ausbrechen sollten.

Gaddafi hatte in einem Telefonat mit einem syrischen TV-Sender Berichte über eine Flucht zurückgewiesen. Er werde in Libyen bleiben und siegen, sagte er. Der Aufenthaltsort des 69-Jährigen blieb unbekannt.

IStGH-Ankläger bittet Interpol um Hilfe für Gaddafi-Festnahme

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, hat Interpol um Hilfe zur Festnahme des untergetauchten früheren libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi gebeten. Zudem habe er die Polizeibehörde um Unterstützung für die Festnahme von Gaddafis Sohn Seif al Islam sowie dem Geheimdienstchef des früheren Regimes, Abdullah Al Sanussi, gebeten, teilte das Büro Moreno-Ocampos am Donnerstag mit. Der Internationale Strafgerichtshof hatte im Juni wegen des Vorwurfs, die drei Männer hätten Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, Haftbefehle gegen sie erlassen.

(rtr/dapd/abendblatt.de)

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