Fukushima

Japan zieht Konsequenzen: Atomkraft, nein Danke!

abendblatt.de

Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan will den Ausstieg aus der Atomkraft. Die Abhängigkeit von Atomstrom soll stetig verringert werden.

Tokio. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan will einen schrittweisen Ausstieg seines Landes aus der Atomkraft erreichen. Japan müsse aus der aktuellen Krise lernen und sich unabhängiger von Atomstrom machen. Das mit der Kernkraft verbundene Risiko sei zu groß, sagte Kan am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Er wolle die Nation vom Atomstrom entwöhnen und strebe eine Gesellschaft an, die ohne Kernkraft auskomme.

Japan solle erneuerbare Energien wie Solar- und Windenergie sowie Biomasse entwicklen, sagte er. Der zweite Pfeiler der japanischen Energiepolitik solle das Energiesparen sein. Kan erklärte, er habe zuvor gelaubt, die Atomenergie sei nützlich, solange ausreichende Sicherheitsmaßnahmen getroffen würden. Die Atomkatastrophe in Fukushima habe ihn eines Besseren belehrt.

Kan fügte jedoch hinzu, dass es nicht um einen sofortigen Ausstieg aus dem Atomstrom gehe. Japans Atompolitik steht seit dem Erdbeben und dem Tsunami vom 11. März und der folgenden teilweisen Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi stark in der Kritik. Von den insgesamt 54 Reaktoren des Landes sind zurzeit nur 19 am Netz. Es wird immer wieder vor möglichen Energieengpässen gewarnt. (dapd)