Guttenberg verabschiedet

„Gottes Segen der Bundeswehr. Ich melde mich ab."

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Mit diesen Worten schloss der ehemalige Verteidigungsminister seine Rede beim Großen Zapfenstreich. Jetzt will er seine Memoiren schreiben.

Berlin. Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister offenbar Memoiren über seine bisherige politische Laufbahn schreiben. Er kündigte vor dem Großen Zapfenstreich zu seinem Abschied an, „das eine oder andere in der Erinnerung“ aufzuschreiben. „Es sind eigene Gedanken, die ich aufschreiben werde“, sagte er ironisch mit Blick auf die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit . Der 39-Jährige sprach von einem schmerzlichen Abschied. Er wolle die nächste Zeit auch für Reue und Buße nutzen, sagte Guttenberg. Besonders freue er sich darauf, sich die notwendige Zeit für seine Familie zu nehmen. „Ich hoffe, dass ich nicht zur Plage für meine Familie werde.“ An seinen Nachfolger Thomas de Maizière gerichtet sagte Guttenberg: „Ich weiß die Bundeswehr in guten Händen.“ Er schloss seine Rede mit den Worten: „Gottes Segen der Bundeswehr. Ich melde mich ab.“

Am Großen Zapfenstreich im Berliner Bendlerblock, der von mehreren Fersehsendern live übertragen wurde, nahm am gestern Abend auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil. Die Kanzlerin sagte der „Bild“, als Verteidigungsminister habe Guttenberg „die Tür aufgestoßen zu der größten Reform in der Geschichte der Bundeswehr “. Dafür verdiene Guttenberg „alle Hochachtung“. Merkel betonte ebenso wie zuvor CSU-Chef Horst Seehofer: „Ich würde mich freuen, wenn er eines Tages in die Politik zurückkommt“. Guttenberg brauche aber jetzt „eine Phase, in der er den nötigen Abstand zu den Geschehnissen findet.“ Trotz seiner in großen Teilen abgeschriebenen Doktorarbeit bleibt Guttenberg bei den Deutschen der beliebteste Politiker. Im ARD-Deutschlandtrend gewann er sogar an Zustimmung: 73 Prozent der Befragten waren zufrieden mit seiner Arbeit, fünf Punkte mehr als im Vormonat. Drei von vier sagten aber gleichzeitig, dass der CSU-Politiker „getäuscht und betrogen hat“. (APD/dpa)

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