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"Lehrerinnen und Lehrer haben natürlich auch Rechte"

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Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg.

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg.

Foto: Christian Charisius / dpa Picture-Alliance

Ist Präsenzunterricht ratsam? Abendblatt-Chefredakteur Haider im Gespräch mit Universitäts-Präsident Dieter Lenzen.

Hamburg. Am 6. August hat in Hamburg nach sechs Wochen Sommer­ferien und fünf Monaten ohne Regel­betrieb wieder die Schule begonnen. Der letzte Unterricht in normaler Form – im Klassenverband und nach Stundenplan – fand am 28. Februar statt. Im Lockdown wurden die Schüler zunächst nur digital unterrichtet, dann in Kleingruppen an ein bis drei Tagen in der Woche. Ab sofort soll der Unterricht wieder als Regel- und Präsenzunterricht stattfinden.

Das ist die Meinung dazu von Uni-Präsident Prof. Dr. Dieter Lenzen:

„Die Frage, die sich für die Zukunft stellt, ist, ob wir eine generelle Beschulung von Kindern sicherstellen können oder ob wir in diesem Bereich flexibler sein müssen. Auf diese Frage müssen wir uns einstellen, wenn wir keine medizinische Lösung der Corona-Krise finden. Im Moment wissen wir viel zu wenig darüber, ob es gefährlich ist, in die Schule zu gehen. Wir reden in diesem Zusammenhang viel über die Sorgen der Kinder und ihrer Eltern, aber die Lehrerinnen und Lehrer haben natürlich auch Rechte. Die Gewerkschaften weisen zu Recht darauf hin, dass man an die Sicherheit der Pädagogen an ihrem Arbeitsplatz denken muss. Das Risiko für die Lehrer ist ja viel größer als für die Kinder.

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Es gibt übrigens wenig bis gar kein empirisches Wissen, ob der Lernerfolg in den Fächern davon abhängt, ob es Präsenzunterricht gibt oder nicht. Ich kann mir vorstellen, dass der Unterschied zwischen digitalem und normalem Unterricht nicht besonders groß ist. Aber Schule hat ja auch andere Dimensionen, weil sie ein sozialer Raum ist. Den kann man nicht so leicht digital abbilden. Aber ich bin völlig sicher, dass auch hier etwas entstehen wird, zum Beispiel ein digitaler Schulhof. An unserer Universität hat es zum Beginn des nahezu ausschließlich digitalen Semesters auch schwere Bedenken gegeben, viele hatten Angst vor der Technik: Die ist längst verflogen, das Semester ist gut verlaufen. Wir müssen einfach mit Optimismus in solche Situationen gehen.“