Literatur-Podcast

Skurrile Begegnungen und ein Seethaler über Gustav Mahler

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz besprechen im Literatur-Podcast Next Book Please aktuelle Bestseller.

Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz besprechen im Literatur-Podcast Next Book Please aktuelle Bestseller.

Foto: HA

Was lesen? Abendblatt-Redakteur Thomas Andre und Literaturhaus-Chef Rainer Moritz über aktuelle Bestseller, die es in sich haben.

Hamburg. Next Book Please heute mit einer Künstlerromanausgabe – und dabei drei Büchern, die doch recht unterschiedlich sind. Rainer Moritz und Thomas Andre besprechen zum einen Anita Brookners 1984 mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman „Hotel du Lac“, in dem eine nicht mehr ganz junge Frau, die ewige Junggesellin Edith Hope, aus London in die Schweiz zwangsverschickt wird. In ein Hotel, das schon bessere Tage gesehen hat, in der Nachsaison; diese Kombination sagt allegorisch alles über die Menschen, die dort logieren. In diesem eher handlungsarmen, stilistisch ambitionierten (nicht überambitionierten!) Roman geht es um weibliche Identität, gesellschaftliche Konventionen – und um skurrile Begegnungen.

Um letzteres, grob gesprochen, geht es auch in Kristof Magnussons neuem Werk „Ein Mann der Kunst“. Dort lässt der 1976 in Hamburg geborene Autor die Mitlieder eines Museum-Fördervereins auf sein Idol los: den auf einer Burg am Rhein lebenden Großkünstler mit dem herrlichen Namen KD Pratz. Ist das eine Kulturbetriebssatire von hohem Rang? Darüber lässt sich streiten oder eben nicht – nachzuhören im Podcast.

Seethalers Gustav-Mahler-Roman „Der letzte Satz“ ist ein kurzes Kunstwerk

Manchmal streiten lässt sich über die Qualität der Bücher des Bestsellerautors Robert Seethaler. In diesem Fall, so viel sei verraten, aber nicht: Seethalers Gustav-Mahler-Roman „Der letzte Satz“ ist ein kurzes Kunstwerk, das es schafft, auf knappem Raum und kundig das Leben des schon zu Lebzeiten weltberühmten Mannes in einige wenige Szenen zu raffen, die dramatisch sind, aber auch hochkomisch. Die Rodin-Szene ist so gut wie die Freud-Szene, finden die beiden Kritiker, sie loben ein Buch, das eine Person der Zeitgeschichte meist ganz unaufdringlich zu literarischem Ruhm kommen lässt.