HSV – wir müssen reden

Sven Kmetsch: Warum ich mit dem HSV und Dresden leide

Keine Folge mehr verpassen - jetzt kostenlos abonnieren auf:
Sven Kmetsch absolvierte zwischen 1995 und 1998 insgesamt 95 Pflichtspiele für den HSV.

Sven Kmetsch absolvierte zwischen 1995 und 1998 insgesamt 95 Pflichtspiele für den HSV.

Foto: Witters

Der Ex-Profi beider Clubs erzählt, warum er sich mit Hrubesch zum Angeln treffen will und warum er noch immer sauer auf Magath ist.

Hamburg. Das Wochenende stand bei Sven Kmetsch ganz im Zeichen des Dorffußballs. Am Sonnabend betreute der 50-Jährige seinen Sohn Nando beim C-Jugend-Spiel des SV Lippramsdorf, am Sonntag schaute er seinem Stiefsohn Giacomo beim ersten Bezirksligaheimspiel ihres Heimatvereins zu. Kmetsch, zwischen 1996 und 1997 zweifacher Nationalspieler, lebt heute in dem kleinen Ort bei Haltern am See in Nordrhein-Westfalen.

Am Montagabend wird Kmetsch aber mit seinen Söhnen auf dem Sofa sitzen und den Fernseher anschalten. Dynamo Dresden trifft in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den HSV (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei abendblatt.de). Es ist das Duell seiner beiden Ex-Clubs, bei denen seine Karriere vor rund 25 Jahren so richtig in Schwung kam. „Die beiden Verein haben mir die Möglichkeit gegeben, mich in der Bundesliga zu präsentieren", sagt Kmetsch am Sonntag, als er sich via Zoom in den Abendblatt-Podcast HSV – wir müssen reden zuschaltet.

1995 wechselte Kmetsch zusammen mit Uwe Jähnig nach 14 Jahren bei Dynamo Dresden zum HSV. Die Hamburger zahlten für das Paket 700.000 Euro Ablöse. Zwei Jahre später wurde der Mittelfeldspieler erstmals für die Nationalmannschaft nominiert, ehe er 1998 zum FC Schalke 04 ging.

Kmetsch: HSV und Dresden müssen aufsteigen

Insbesondere Dresden und den HSV verfolgt Kmetsch, der nach seiner Karriere vor allem als Co-Trainer von Benno Möhlmann arbeitete, heute noch immer genau. „Beide Clubs spielen nicht da, wo sie hingehören", sagt Kmetsch. Den Abstieg von Dynamo verfolgte er im letzten Saisonspiel der vergangenen Saison als einer von ganz wenigen Zuschauern im leeren Rudolf-Harbig-Stadion.

Dass am Montag wieder mehr als 10.000 Zuschauer dabei sind, hält Kmetsch für richtig: „Ich finde es gut, sich langsam heranzutasten, um irgendwie zur Normalität überzugehen. Aber man muss es langsam angehen lassen", sagt Kemtsch, der die Zuschauer vermisst. „Ohne Fans fehlen die Emotionen. Das ist für mich kein Fußball. Fans gehören dazu wie die Bier und die Bratwurst."

In Dresden werden am Montag so viele Zuschauer dabei sein, wie in keinem anderen deutschen Stadion seit der Corona-Pause im März. Kmetsch hofft daher auch, dass sich die Dresdner Zuschauer an die Hygienevorschriften befolgen. „Es ist wichtig, dass sich die Fans an die Regeln halten, sonst wird man in Dresden schnell wieder Fußball ohne Fans erleben. Die Fans haben morgen eine wichtige Vorbildfunktion. Gerade in der jetzigen Zeit muss man extrem aufpassen, wie man sich verhält."

Kmetsch über die besonderen Dresdner Fans

Kmetsch kennt die Fans in Dresden, die in der Vergangenheit auch immer mal wieder die Grenze überschritten. „Ich habe in Dresden ja noch im alten Stadion gespielt. Aber auch damals war die Stimmung immer schon sehr laut und extrem."

Mehr zum Thema:

Sein letzter Trainer bei Dynamo Dresden hieß 1995 Horst Hrubesch. An die Zeit mit dem neuen Nachwuchsdirektor des HSV erinnert sich Kmetsch noch gerne zurück. „Horst Hrubesch hat in Dresden viele Emotionen geweckt, auch in der Mannschaft. Ich habe ihn als Trainer immer sehr gemocht, weil er immer geradeaus war, immer ehrlich und offen. Auch wenn du dir im Training mal eine blutige Nase gegen ihn geholt hast."

Warum Kmetsch sich mit Hrubesch vor Weihnachten zum Angeln treffen will, wo die HSV-Mannschaft sich damals zum Stammtisch traf und warum Kmetsch noch heute sauer auf Felix Magath ist, hören Sie in unserem Podcast.