HSV – wir müssen reden

Was Hannes Drews mit Klopp und Nagelsmann gemeinsam hat

HSV-Co-Trainer Hannes Drews (l.) am Dienstag im Podcast-Studio des Hamburger Abendblatts mit den Reportern Kai Schiller (r.) und Henrik Jacobs.

HSV-Co-Trainer Hannes Drews (l.) am Dienstag im Podcast-Studio des Hamburger Abendblatts mit den Reportern Kai Schiller (r.) und Henrik Jacobs.

Foto: Michael Rauhe / Funke Foto Services

Im neuen HSV-Podcast spricht Daniel Thiounes Co-Trainer über seine Karriere und einen besonderen Besuch in Liverpool.

Hamburg. Die verdammte Baustelle sei schuld. Es ist noch früh am Dienstagmorgen, als Hannes Drews in der Abendblatt-Redaktion anruft und sich entschuldigt. Weil auf der Autobahnabfahrt Bahrenfeld gebaut werde und er nun im Stau stehe, würde er sich wohl um ein Viertelstündchen verspäten. Am Ende sind es aber nur wenige Minuten, die der Co-Trainer des HSV am Großen Burstah zu spät ist – und das kurze Warten soll sich definitiv gelohnt haben.

In der neuen Ausgabe des wöchentlichen Abendblatt-Podcasts „HSV – wir müssen reden“ spricht Drews eine gute Stunde lang über seine Karriere, die vor wenigen Wochen eine plötzliche Wendung genommen hat. „Auch da war ich gerade im Auto auf der Autobahn auf dem Weg nach Hause, als mich Daniel Thioune anrief“, sagt der Schleswig-Holsteiner, der nahe Neumünster wohnt. Er sei direkt umgedreht, habe mit Thioune mehrere Stunden im Volkspark gesprochen und schließlich noch eine Nacht über alles geschlafen. Am nächsten Morgen stand fest: Drews wurde neuer Co-Trainer bei den Profis.

HSV-Trainer Daniel Thioune kennt Hannes Drews schon lange

Wirklich überraschend war das nicht. Thioune und Drews kennen sich schon lange. Einst trainierte Thioune die U17 von Osnabrück, Drews die U17 von Holstein Kiel. Intensiver wurde der Kontakt, als sich die Jung-Trainer 2016 im gemeinsamen Fußballlehrerkurs wiedertrafen. Neben den beiden heutigen HSV-Trainern ebenfalls in Hennef mit dabei: Stuttgarts Coach Pellegrino Matarazzo, St. Paulis Nachwuchschef Roger Stilz, Leipzigs Trainerüberflieger Julian Nagelsmann, Hannovers Kenan Kocak und Moskaus Domenico Tedesco, der den Kurs als Jahrgangsbester abschloss.

Mit Letztgenanntem teilte sich Drews auch das Zimmer – und hat bis heute guten Kontakt. „Domenico ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell es in unserem Job manchmal zugeht. In einem Moment wird er Vizemeister mit Schalke und zieht in die Champions League ein, im nächsten Moment läuft alles gegen ihn, und er wird entlassen. Das ist schon extrem“, sagt Drews, der die Achterbahnmomente des Trainerjobs auch schon selbst erleben durfte. Auf Empfehlung von Tedesco wurde Kiels damaliger U-19-Coach direkt zum Cheftrainer von Zweitligist Erzgebirge Aue befördert, verhinderte den Abstieg und entschied sich aus familiären Gründen doch gegen ein weiteres Engagement in Sachsen.

Als Drews Klopp in Liverpool besuchte

Bei allen Entscheidungen ist Drews seit vielen Jahren gut beraten. Genau wie Trainerstar Jürgen Klopp wird auch der 38-Jährige, der seinen ersten Trainerschein mit 16 Jahren machte, von Marc Kosickes Agentur Projekt B betreut. Deswegen erfuhr Drews auch bereits am Montag, dass Leipzigs Nagelsmann die Agentur wechselt und ab sofort von SportsTotal betreut wird. In der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe mit allen Trainern verabschiedete sich der 33-Jährige.

Im Abendblatt-Podcast gibt Drews auch Einblicke über das Miteinander unter den Coaches. So sei es bei Projekt B seit Jahren Usus, dass sich alle Trainer einmal im Jahr treffen. Ein Treffen ist Drews besonders in Erinnerung: So hätten sich er und die anderen Projekt-B-Trainer (u.a. Bremens Florian Kohfeldt und der frühere Mainz-Trainer Sandro Schwarz) mit Klopp in Liverpool getroffen, gemeinsam auf dem Trainingsgelände gebolzt und ein Premier-League-Spiel gegen den FC Fulham gesehen.

„Das war ein spaßiges Wochenende“, sagt Drews, der aber während des Fußballlehrerlehrgangs zur Hospitation nicht den FC Liverpool wählte. Sondern den FC St. Pauli mit Ewald Lienen. „Ich hatte beim HSV und Bruno Labbadia zuerst angefragt, aber keine Zusage bekommen.“ Die gab es vier Jahre später. Nicht als Praktikant, sondern als Co-Trainer.

Den gesamten Podcast können Sie ab sofort hier und bei allen bekannten Podcast-Apps anhören.