Entscheider treffen Haider

Howard Carpendale: „Fange jetzt mit Ende meiner Karriere an“

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Howard Carpendale wird am 14. Januar 74 Jahre alt. Am 7. Mai tritt er in der Barclaycard Arena in Hamburg auf.

Howard Carpendale wird am 14. Januar 74 Jahre alt. Am 7. Mai tritt er in der Barclaycard Arena in Hamburg auf.

Foto: Roland Magunia / HA

Entscheider treffen Haider: Howard Carpendale in einem Podcast zu Gast zu haben, ist ein Erlebnis. Hören Sie mal rein.

Ist der unverwechselbare Akzent wirklich echt? Wofür steht die Abkürzung CCH? Wie kann man mit 14 in eine eigene Wohnung ziehen? Und warum kommen immer mehr Männer in seine Konzerte? Howard Carpendale gibt in der neuen Folge von „Entscheider treffen Haider“ nicht nur auf diese Fragen Antworten. Er sagt auch: „Wer mich nicht live erlebt hat, kennt mich nicht.“ Deshalb: unbedingt das Gespräch anhören. Das sagt Howard Carpendale dort über ...

… Elvis Presley:

„Elvis ist ein wichtiger Teil meines Lebens, ich habe als Elvis-Imitator angefangen und singe bis heute bei jedem meiner Auftritte ein Stück von ihm. Auf der aktuellen Tour singe ich ,In the Ghetto‘. Neulich kam ein Musiker von Peter Maffay nach einem meiner Konzerte in die Kabine und sagte: Wahnsinn, was du da machst, erinnert mich so an Elvis. Ich kopiere ihn nicht bewusst, aber es hat mich schon beeindruckt, wie er in seinen Shows das Publikum im Griff hatte. Die Leute wollen eine Persönlichkeit auf der Bühne, sie wollen den Künstler nicht nur Musik machen hören, sondern auch besser kennenlernen. Das ist es, was ich meine, wenn ich sage, dass ich Old School bin. Heute leben Produktionen von vielen Effekten, von Licht und so, das ist auch schön. Ich liebe aber diese Personality-Shows.“

… den Satz: „Eigentlich bin ich ein frustrierter Sportler, der singt“:

„Bei uns in Südafrika ist Sport eine Religion, fast das Wichtigste im Leben. Ich habe sehr viele Sportarten gemacht, von Kugelstoßen über Rugby bis Tennis und Golf, ich liebe das. Ich wäre gern ein Kricket-Profi geworden, aber ich war leider nicht gut genug. Dabei ist einer meiner Schulfreunde einer der größten Kricket-Spieler aller Zeiten geworden. Er hat mal gesagt, dass es gut war, dass ich mich für das Singen entschieden habe.“

… seine erste eigene Wohnung mit 14 Jahren:

„Ich habe schon mit zwölf Jahren zu meinen Eltern gesagt: Lasst mich jetzt bitte so leben, wie ich das will, solange ich euch nicht enttäusche. Mit 14 habe ich dann über einen Freund eine Wohnung nur für mich gemietet. Und mit 18 habe ich meinen Eltern dann gesagt, dass ich nach England gehe, und die waren ganz sicher, dass ich nach drei Monaten zurückkomme.“

… seinen Umzug von Südafrika nach Europa mit 18 Jahren:

„Ich wollte bekannt werden, ich wollte etwas Außergewöhnliches schaffen, mein Ding machen und nie einen Chef haben. Wenn ich zurückblicke, frage ich mich, woher ich den Mut genommen habe. Aber ich glaube ans Schicksal. So wie damals, als ich in England mit einer Rock-Band geprobt und mein Manager dazu kam und sagte, dass ich einen Auftritt in Düsseldorf habe. Ich hatte nie zuvor davon gehört, ich wusste nicht, was Düsseldorf ist. Und dieses Düsseldorf hat meinem Leben eine ganz andere Richtung gegeben, das war der Start meiner Karriere in Deutschland. Wenn mein Manager damals gesagt hätte, du fährst nach Mailand, hätte ich niemals diesen Erfolg gehabt.“

… seinen Akzent:

„Ich schwöre, dass ich ihn nicht bewusst mache, auch, wenn das viele immer behaupten. Was wäre das für ein Leben, wenn ich mich seit 50 Jahren dazu zwingen müsste, anders zu sprechen, als ich normalerweise spreche? Wenn jemand lange eine Sprache wie Englisch spricht und dann eine andere Sprache lernt, wird er immer einen Akzent haben. Übrigens erkenne ich einen Deutschen sofort, wenn er nur ,Hello‘ auf Englisch sagt.“

… den Anfang vom Ende seiner Karriere:

„Ich lese immer wieder, wie viele Comebacks ich in meinem Leben gemacht hätte. Das hat mir immer ein bisschen wehgetan. Ich habe einmal 2003 gesagt, dass ich aufhöre zu singen, weil ich mal sehen wollte, wie ein Leben ohne die Musik ist. Und habe dann festgestellt, dass das der größte Fehler meines Lebens war. Das war das einzige Mal, dass ich gesagt habe, dass ich aufhöre. Jetzt bin ich unterwegs mit ,Der Show meines Lebens‘ und meinem Album ,Die Symphonie meines Lebens‘. Diese beiden Dinge werden mich bis zum Ende meines Lebens begleiten, auch, weil ich glaube, dass diese Show und dieses Album das Beste sind, was ich jemals gemacht habe. Ich fange jetzt mit dem Ende meiner Karriere an. Aber es ist hoffentlich ein langes Ende, das liegt nicht in meiner Hand.“

… Sterbehilfe:

„Ich bin ein Befürworter der Sterbehilfe. Ich finde, man hat das Recht, sein Leben abzurunden. Guckt mal, was in vielen Altenheimen passiert. Ich sage ganz klar: So lange ich es kann, werde ich bestimmen, wann mein Leben zu Ende geht.“

… Kritiken und Kritiker:

„Ich will, dass man aus meinen Konzerten geht und sagt: So hätte ich mir das bei Howard Carpendale nicht vorgestellt. Jeder, der mich nicht live gesehen hat, kann sich nicht vorstellen, wie ich auf der Bühne bin. Die aktuelle Show ist alles andere als sanft und lieb. Neulich hat ein Kritiker geschrieben, er hätte am Anfang meines Konzerts gedacht, er sei bei Rammstein …“

… sein Publikum:

„Der Frauenanteil in meinen Konzerten ist immer noch hoch, er war aber auch schon mal höher. Heute sind viel mehr Männer dabei als früher, was ich sehr schön finde – solange ihr Anteil nicht über 50 Prozent liegt. Das Durchschnittsalter liegt zwischen 35 und 55 Jahren, und ich freue mich immer, wenn ich der Älteste im Saal bin.“

… den idealen Konzertsaal:

„In Deutschland hat man die Unterhaltungsbranche beim Bau von Konzerthallen nie berücksichtigt, das ärgert mich jedes Mal. In Hamburg habe ich gern im CCH gespielt, aber das wird leider im Moment umgebaut. CCH ist ja eigentlich die Abkürzung für Carpendale Concert Halle, und ich würde mich sehr freuen, wenn ich bei der Wiedereröffnung auftreten könnte. Das CCH ist sehr gut, nicht ideal für Unterhaltungsmusik, aber ich kenne kaum ideale Hallen in Deutschland. Das ist eine Marktlücke. Ich spiele am liebsten vor 3000 bis 4000 Menschen.“

… Golf und Bernhard Langer:

„Keine der vielen Sportarten, die ich probiert habe, fasziniert mich so wie Golf. Es gibt eine schöne Geschichte aus den 70er-Jahren: Damals kam ein Bekannter auf mich zu und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, einen deutschen Golfer zu sponsern. Ich hatte mit diesem Golfer ein paar Runden gespielt, und konnte mir damals nicht vorstellen, dass er einmal großen Erfolg haben könnte. Es war Bernhard Langer.“