Nordsee: Reisende erlitten Schnitt- und Kopfverletzungen

Katamaran vor Borkum verunglückt

Das Passagierschiff "Polarstern" war auf seiner Rückfahrt von Helgoland, als meterhohe Wellen die Reling abrissen. Das Geländer stürzte auf ein Panoramafenster. Splitterndes Glas verletzte Dutzende Passagiere - drei davon schwer.

Emden. Bei schwerem Seegang sind am Montagabend auf einem Katamaran kurz vor der Nordseeinsel Borkum 24 Passagiere verletzt worden, drei davon schwer. Ein Passagier befindet sich in einem "kritischen Zustand". Nach der Ankunft auf Borkum habe sich nach Polizeiangaben sein Gesundheitszustand verschlechtert. Nähere Einzelheiten wollte die Polizei zunächst nicht machen. Insgesamt waren 360 Menschen an Bord. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei Emden rissen meterhohe Wellen eine Reling ab, die auf ein Panoramafenster stürzte. Herumfliegende Glassplitter trafen Reisende. Der Katamaran war auf der Rückfahrt von Helgoland. Die Wasserschutzpolizei begann am Dienstagmorgen, den Unfallhergang zu untersuchen.

Ebenso wie die anderen Rettungsdienste erreichte der Alarm kurz nach 20 Uhr den ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 26" im friesischen Sanderbusch bei Wilhelmshaven. "Weil wir nicht genau wussten, wie weit der Katamaran noch auf See war, sind wir mit Winde gestartet, um notfalls Verletzte über ein Seil an Bord ziehen zu können", berichtete Notarzt Matthias Ruppert (40). Als die Maschine vom Typ BK 117 eine gute halbe Stunde später vor Borkum eintraf, war die "Polarstern" nur noch zehn Minuten vom Hafen entfernt.

"Dadurch hatten wir etwas Zeit, zusammen mit den anderen Rettungskräften den Einsatz vorzubereiten", sagte Ruppert. "Alles lief sehr präzise und ruhig ab. Auch drei Ärztekollegen von der Insel kamen zur Unterstützung." Nachdem das Schiff angelegt hatte, wurden zunächst die unverletzten Passagiere von Bord geleitet. "Danach hatten wir einen besseren Überblick über die Situation", schilderte Ruppert weiter. Die Leichtverletzten wurden in einem bereitgestellten Bus des Roten Kreuzes behandelt. "Viele von ihnen hatten Schnittwunden und leichte Kopfverletzungen, bei einigen bestand Verdacht auf Knochenbrüche." Die drei Schwerverletzten wurden per Hubschrauber in Krankenhäuser gebracht.

Der Katamaran "Polarstern" der Reederei AG Ems wurde im April 2001 getauft. Die Fähre mit Platz für mehr als 400 Passagiere läuft die Inseln Helgoland, Borkum, Norderney und die Stadt Emden an. Heimathafen ist Borkum. Die "Polarstern" ist 45 Meter lang, mehr als 12 Meter breit und hat einen Tiefgang von 2,06 Metern. Sie erreicht eine Geschwindigkeit von 42 Knoten, das entspricht mehr als 70 Kilometern pro Stunde. Gebaut wurde die Fähre in Australien.