Finnland: Amoklauf an Schule

Todesschütze gestorben

Der Abiturient, der sieben Mitschüler und die Schulleiterin erschossen hat, erlag in einer Klinik seinen Verletzungen.

Helsinki. Der 18-jährige Abiturient hat am Mittwoch in einer Schule im Süden Finnlands sieben Mitschüler und die Schulleiterin erschossen. Zwölf Schüler des Jokela-Schulzentrums in Tuusula, eine Autostunde nördlich von Helsinki, wurden verletzt. Der Todesschütze erlag am Abend im Krankenhaus den schweren Schussverletzungen, die er sich nach der Tat selbst zugefügt hatte. Den Amoklauf hatte er zuvor in einem im Internet veröffentlichten Video angekündigt.

Die Tat löste in Finnland Fassungslosigkeit und tiefe Bestürzung aus. Im ganzen Land stellten Menschen am Abend brennende Kerzen in die Fenster ihrer Wohnungen und Häuser. Staatspräsidentin Tarja Halonen drückte den Hinterbliebenen der Opfer ihr Beileid aus. Ministerpräsident Matti Vanhanen sagte: "Es wird sehr lange dauern, ehe unser Schmerz überwunden werden kann."

Im Fernsehen schilderten Schüler den Amokläufer als stillen Einzelgänger, der vor allem in letzter Zeit "merkwürdig" gewirkt habe. Der 18-Jährige stammt aus einer Musikerfamilie mit mehreren Kindern in Tuusula. Lehrer in der 30 000-Einwohner-Kleinstadt hoben das Interesse des Täters an Geschichte und dabei vor allem an faschistischen Bewegungen hervor.

Der Amokläufer hatte seine Tat unter dem Pseudonym "Sturmgeist89" als "Jokela High School Massacre" im Internetforum YouTube angekündigt und hier auch die Tatwaffe, eine 22-kalibrige Pistole, vorgeführt. Die Polizei äußerte sich nicht abschließend zu der Frage, ob er bei der Vorbereitung des Videos möglicherweise Helfer hatte.

Der 18-Jährige hatte um zwölf Uhr mittags mitten im Unterricht plötzlich um sich geschossen, wie Augenzeugen erklärten. Anschließend sei er von Klasse zu Klasse gegangen, habe angeklopft und unmittelbar darauf durch die Türen geschossen. In Panik sprangen mehrere Schüler und Lehrer aus den Fenstern der Klassenräume. Schließlich richtete der Amokläufer die Waffe gegen sich selbst und schoss sich in den Kopf. Schwer verletzt wurde er in ein Krankenhaus gebracht, wo er am Abend starb.

Wie die Polizei mitteilte, hatte der Jugendliche seit dem 19. Oktober einen Waffenschein für die Tatwaffe. Er sei Mitglied in einem Sportschützenverein gewesen, hieß es.