Warnstreiks bei der Bahn:

Reisezentrum im Hauptbahnhof wieder geöffnet

Von 6 Uhr bis 7.45 Uhr konnten Bahnfahrer ihre Karten ausschließlich an Automaten den Automaten kaufen.

Hamburg. Das Reisezentrum des Hamburger Hauptbahnhofes ist am Montagmorgen im Rahmen bundesweiter Warnstreiks im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn für knapp zwei Stunden bestreikt worden. Da nach Angaben eines Bahnmitarbeiters bis zu 90 Prozent der Fahrkarten an Automaten gelöst werden können, kam zu keinen längeren Wartezeiten. Mit den Warnstreiks wollen die Gewerkschaften Transnet und GDBA ihrer Forderung nach sieben Prozent mehr Geld für rund 134 000 Bahn-Beschäftigte Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt je zwei Prozent mehr Lohn für die Jahre 2008 und 2009 sowie eine Einmalzahlung von 300 Euro angeboten.

Vor dem Reisezentrum informierten etwa 30 warnstreikende Bahnmitarbeiter die Reisenden über ihre Anliegen und warben um Verständnis. "Die Kunden reagieren erstaunlich verständnisvoll", sagte der Transnet-Gewerkschaftssekretär Frank Maur. Einem erstaunten Fahrgast, der fragte "warum ist denn hier alles dicht", half eine Bahn-Mitarbeiterin beim Suchen nach dem richtigen Ticket am Automaten. Die Stimmung blieb trotz der Beeinträchtigungen entspannt. Es gab nur vereinzelte kritische Stimmen. "Ich bin extra zum Hauptbahnhof gekommen, um für Donnerstag ein Ticket zu kaufen, das es am Automaten nicht gibt. Ich bin sauer", sagte Sabine Krüger.

Um 7.45 wurde der Warnstreik beendet und der reguläre Betrieb im Kundenzentrum wieder aufgenommen. "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist", sagte Gewerkschaftssekretär Maur. Der 48-Jährige beschrieb die Stimmung als positiv, aber auch als entschlossen. Den Arbeitgebern solle im Laufe der Woche mit weiteren Warnstreiks verdeutlicht werden, dass die Angestellten zum Arbeitskampf bereit sind. "Bei uns stapeln sich die Anfragen von Mitarbeitern, die fragen, wann und wo sie mitstreiken können", sagte Maur.

Den Gewerkschaftern liegt neben der Forderung nach insgesamt sieben Prozent mehr Lohn vor allem die Erhöhung in den unteren Einkommensklassen um mindestens 150 Euro pro Monat am Herzen. "Das Angebot der Arbeitgeber ist unter aller Sau, es ist eine Verhöhnung der Mitarbeiter", sagte Adrian Ciancia, Mitglied der Tarif-Verhandlungskommission.