Zwischenruf

Von Cooky lernen, heißt siegen lernen

Der Autor ist Chefreporter beim Abendblatt.

Der Autor ist Chefreporter beim Abendblatt.

Foto: Michael Zapf

Hamburg. Heute hat mein Freund Cooky Geburtstag. Er ist ein alter Freund. Eigentlich ist dieser Tatbestand außerhalb der Familie und des Freundeskreises nicht weiter bemerkenswert, zumal es kein runder Festtag ist. Eigentlich. Denn der in die Jahre gekommene Knabe hat eine neue Dimension seines Daseins erreicht, so etwas wie die vollkommene Erleuchtung. Schon vor einem Jahr beschloss der Freizeitphilosoph, fortan jeden Tag zum sehr persönlichen Feiertag zu erklären. Entsprechend lebt der Bursche auch, von Fortune geknutscht. Es ist bewundernswert. Er nicht minder. Vor allem ist er clever.

„Unser Idol“, flüsterte Wolle beim finalen Spargelschmaus zum Ausklang dieser Saison bei der Wirtin unseres Vertrauens. Mit einem dezenten Anflug von Wehmut stellen sich gleich zwei Mütter aller Fragen: Holsteiner Katenschinken, Lachs oder Wiener Schnitzel als Beilage? Und: Was können wir von Cooky lernen? Mal abgesehen von materiellen Pluspunkten. Denn für kleine Gaben ist dieser Lebenskünstler immer zu haben – an jedem Tag des Jahres.

Man sollte 365-mal im Jahr Geburtstag haben

Von noch größerer Bedeutung sind ihm winzige Gesten des Alltags: Chauffeurdienste, Wartestunden in irgendwelchen Hotlines, Entschuldigungen (auch wenn man gar nicht der Übeltäter ist), Sticheleien (gegen Rothosen), schmeichelnde Wortgirlanden. „Mannomann, du hast dich jung gehalten“, kommt immer gut – besonders, wenn von Prinzessinnen des Alltags geflötet. Und wenn der Rücken dröhnt, ist flugs einer zur Stelle, der den Rasen mäht.

Eine allerallerletzte Runde noch. Aber nur in kleinen Gläsern, bitte schön. „Tatsächlich sollte man 365-mal im Jahr Geburtstag haben“, sinniert Wolle weiter. Dann befinde man sich dauerhaft in der Poleposition: „Von Cooky lernen, heißt siegen lernen“. Lustvoll beschließen wir, diesen neuen Grad wahrhaftiger Erkenntnis mit Leben zu erfüllen. Sofort. „Bitte mit“, beantworten wir die Schlussfrage der Wirtin. Also Erdbeeren mit weißer Garnitur. Am besten aufs Haus. Ist ja heute Geburtstag.