Abendblatt-Aktion

Auto abgeben und 1200 Euro für Bus und Bahn kassieren

Steig um! Wir rufen Abendblatt-Leser auf, ihr Auto abzugeben und dafür Carsharing, Stattauto oder den HVV zu nutzen. Umweltsenator Jens Kerstan am Dammtor am Switch-Point.

Steig um! Wir rufen Abendblatt-Leser auf, ihr Auto abzugeben und dafür Carsharing, Stattauto oder den HVV zu nutzen. Umweltsenator Jens Kerstan am Dammtor am Switch-Point.

Foto: MARCELO HERNANDEZ

Bei der Hamburger Aktion „Steig um!“ kann man auch Carsharing und die coolen E-Tretroller testen. So machen Sie mit.

Hamburg. Für Autofahrer in Hamburg ist die „Zentrale Fahrzeugverwahrstelle für abgeschleppte Fahrzeuge“ in Rothenburgsort, gern „Autoknast“ genannt, ein Ort des Albtraums. Die Abholung kostet Zeit und viel Geld. Wer sein Auto jedoch freiwillig dort abgibt, kann sogar mit einer Prämie belohnt werden. Den Autoschlüssel nimmt Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) persönlich entgegen.

Gemeinsam mit der Umweltbehörde startet das Abendblatt die Aktion „Steig um!“. Die Idee: Fünf Hamburger, die drei Monate lang auf ihr Auto verzichten, erhalten jeden Monat jeweils 400 Euro, also insgesamt 1200 Euro, um andere Verkehrsmittel zu nutzen. Die Auswahl ist in Hamburg groß: von Bussen, S- und U-Bahnen über Regionalzüge, Carsharing, StadtRad, Lastenrädern bis hin zu E-Rollern.

Was ist „Steig um!“?

Das Abendblatt und „Move Hamburg. Bewege deine Stadt!“ (Hamburger Umweltbehörde) wollen fünf Hamburger mit eigenem Auto dazu motivieren, für drei Monate auf ihr Fahrzeug zu verzichten. Im Gegenzug erhalten die Teilnehmer für die Dauer der Aktion ein Mobilitätsbudget von insgesamt 1200 Euro, das sie für die Nutzung von Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn, StadtRad oder E-Rollern verwenden können. Auch Taxis, Carsharing oder Leihwagen sind erlaubt, das eigene Auto dagegen tabu.

Wer kann mitmachen?

Aus rechtlichen Gründen nur in Hamburg gemeldete Bürger mit einem eigenen Personenkraftwagen und einer gültigen Fahrerlaubnis für dieses Fahrzeug.

Wie kann man sich bewerben?

Möglich ist dies per Post (Hamburger Abendblatt, Aktion „Steig um“, Großer Burstah 18–32, 20457 Hamburg) oder per E-Mail an steigum@abendblatt.de. Die Bewerbung muss bis zum 31. Januar beim Abendblatt eingegangen sein. Wichtig: Es handelt sich nicht um ein Gewinnspiel. Die Abendblatt-Redaktion und Move suchen die fünf Teilnehmer aus. Unser Tipp: Je besser Sie begründen, warum Sie an der Aktion teilnehmen möchten, umso größer sind Ihre Chancen. Fairness setzen wir voraus: Es wird erwartet, dass sich jeder Teilnehmer im Aktionszeitraum weitgehend in Hamburg aufhält. Die Prämie ist nicht dazu gedacht, eine Fernreise (mit) zu finanzieren, während der man das eigene Auto ohnehin nicht braucht.

Wenn ich auf mein Auto verzichte, wie bin ich dann in der Stadt mobil?

Hamburg bietet ein ganzes Bündel von Möglichkeiten: Bus, Bahn, Fahrräder, Mietwagen, Carsharing, E-Bikes, E-Roller. Vor dem Start der Aktion gibt es einen zweistündigen Workshop für alle Teilnehmer. Hier werden Berater detailliert über Preise, Zugänge, Buchungsmöglichkeiten, Reichweiten, Vor- und Nachteile sowie Kniffe informieren, um sich im großen Angebot zurechtzufinden. Diese Berater unterstützen die Teilnehmer während des gesamten Aktionszeitraums.

Wie wird die Prämie ausbezahlt?

Move zahlt die monatliche Prämie von 400 Euro in drei Raten: 300 Euro jeweils zu Monatsbeginn, 300 Euro am Aktionsende. Die Prämien werden überwiesen.

Warum gerade ein Mobilitätsbudget von 400 Euro im Monat?

Dies entspricht laut Studien den durchschnittlichen Kosten für einen Mittelklassewagen im Monat (Kompaktklasse, drei Jahre alt, gebraucht gekauft). Mit allen Kosten: Steuer, Versicherung, durchschnittlichen Reparaturen, Verschleiß, Sprit.

Was muss ich für dieses Geld tun?

Das eigene Auto für drei Monate bei „Steig um!“ abgeben, aktiv bei „Steig um!“ mitmachen und die verschiedenen Möglichkeiten testen, die „Steig um!“ bietet. Abendblatt-Reporter werden die Teilnehmer begleiten. Erscheinen werden Berichte in den gedruckten Ausgaben, aber auch in den Online-Kanälen des Abendblatts. Verpflichtend ist zudem die Teilnahme an dem Workshop (voraussichtlich 12. Februar, 17 Uhr) Und schließlich braucht Move von Ihnen Informationen (telefonisch), wie Sie insgesamt ohne eigenes Auto und wie Sie mit den Verkehrsmitteln wie Bus, Bahn oder E-Roller in den drei Monaten zufrieden waren.

Können Sie sich vorstellen, für drei Monate auf Ihr eigenes Auto zu verzichten?

Wenn man die 400 Euro pro Monat nicht komplett für andere Verkehrsmittel ausgibt, darf man das übrig gebliebene Geld behalten?

Ja, das ist erlaubt. Allerdings wird von allen Teilnehmern erwartet, dass sie sich aktiv um neue Formen der Mobilität kümmern.

Wo bleibt mein eigenes Auto, auf das ich bei Teilnahme an „Steig um“ verzichte?

Es wird sicher entweder in der Tiefgarage des Behördenzentrums Neuenfelder Straße in Wilhelmsburg oder in der „Zentralen Fahrzeugverwahrstelle für abgeschleppte Fahrzeuge“ in Rothenburgsort abgestellt. Der Teilnehmer erhält rechtzeitig eine Mitteilung über den Standort und ist verpflichtet, das Fahrzeug zum vereinbarten Zeitpunkt dort abzustellen und abzuholen.

Wir haben zu Hause mehr als ein Auto – darf ich ein anderes weiterfahren?

Nein, das ist nicht erlaubt. Haushalte mit mehr als einem Fahrzeug können zwar teilnehmen, müssen aber auch die anderen Fahrzeuge abgeben. Die Prämie von insgesamt 1200 Euro gibt es aber nur einmal pro Haushalt.

Kann ich „Steig um“ früher als geplant beenden?

Selbstverständlich. Auch deshalb sollten Sie Ihr Fahrzeug angemeldet und versichert lassen. Sie können also jederzeit Ihr Auto zurückbekommen und die Teilnahme abbrechen. Dann erhalten Sie die Move-Prämien anteilig für den Zeitraum der tatsächlichen Teilnahme. Etwaige Überzahlungen sind vom Teilnehmer zu erstatten.

Was ist Move?

Unternehmen sollen ermuntert werden, beim Weg zur Arbeit und zum Kunden auf Privat- und Dienstwagen zu verzichten und stattdessen auch auf Fahrrad, Bus, Bahn, E-Auto, Carsharing und Lastenrad zu setzen. Dafür bietet Move den Firmen Informations-Veranstaltungen, Online-Seminare und Workshops an, in denen es zum Beispiel um Fördermöglichkeiten von E-Mobilität, um Carsharing, HVV-Proficards und Radverkehrsförderung geht.

Da das alles ungewohnt ist, setzt Move auch auf den Spaßfaktor, der zeigt, wie man Mitarbeiter spielerisch dazu bewegen kann, das eigene Auto stehenzulassen. Beispiel „Stadtradeln“: Hier werden Fahrradkilometer gesammelt. Firmenteams wie Einzelpersonen treten im Wettbewerb gegeneinander an. Hamburg hatte vergangenes Jahr rund 3000 Teilnehmer in 175 Teams, die zusammen 630.000 km geradelt sind (entspricht 16-mal um den Äquator). Weitere Informationen im Netz unter www.hamburg.de/move).