Eckernförder Straße

Mordfall Juliete H.: Hilfsaktion für Kinder gestartet

In diesem Hochhaus an der Eckernförder Straße lebte Juliete H. mit ihren Kindern. Sie wurde in ihrer Wohnung mit einem Messer getötet.

In diesem Hochhaus an der Eckernförder Straße lebte Juliete H. mit ihren Kindern. Sie wurde in ihrer Wohnung mit einem Messer getötet.

Foto: André Zand-Vakili

Nach der Bluttat in Altona können die Hamburger nun die vier Kinder unterstützen, die jetzt ohne Mutter aufwachsen müssen.

Hamburg. Diese schreckliche Gewalttat hat viele Hamburger erschüttert: Vor wenigen Tagen wurde die vierfache Mutter Juliete H. in ihrer Wohnung an der Eckernförder Straße (Altona-Nord) mit mehreren Messerstichen getötet – mutmaßlich von ihrem getrennt lebenden Ehemann. Nach Angaben der Polizei entdeckte der elf Jahre alte Sohn das blutüberströmte Opfer im Schlafzimmer – ein Anblick, der ihn vermutlich lebenslang traumatisiert. Juliete H. hinterlässt vier Kinder im Alter von sieben, elf, 14 und 18 Jahren. Die Geschwister müssen jetzt ohne ihre Mutter aufwachsen.

Um den Kindern zumindest eine finanzielle Perspektive zu bieten, hat die Cousine der Getöteten eine Hilfskampagne gestartet. Auf der Crowdfunding-Plattform GoFundMe können Spender die Familie aus Altona-Nord unterstützen, im Internet unter gofundme.com/hamburghilft. Es gibt auch Sammelstellen für Sachspenden: Die Kirchengemeinde Billwerder Neuer Deich 74, 20539 Hamburg (Fr 15–18 Uhr/So ganztags) und das Café Estoril am Heußweg 41 A, 20255 Hamburg (Mo–Sa bis 20 Uhr).

Weihnachtsfest mit Geschenken

"Diese Spendenaktion wird uns unsere geliebte Nana Akua und den vier Kindern ihre Mutter nicht zurückbringen, allerdings wird jede noch so kleine Unterstützung uns dabei helfen, eine ehrwürdige Bestattung herzurichten, den Kindern ein bestmöglichstes Weihnachtsfest mit Geschenken zu organisieren und für die zu erwartenden Ausgaben, bezüglich der Kinder aufkommen zu können", sagt Sherryl Ephraim, die Initiatorin der Kampagne. "Einige werden sich sicherlich fragen, warum man die Kinder nicht einfach in die Obhut des Jugendamtes gibt, wenn man für diese eigentlich nicht aufkommen kann... Doch wenn man die Eltern gleichzeitig verliert, ist der nächstliegende Halt die Familie!", ist die Cousine der getöteten Mutter überzeugt.

Etwas Normalität für die Kinder

Mit dem Verbleib der Kinder im engen familiären Kreis wäre ihnen etwas Geborgenheit und Normalität gegeben. „Wir, als Familie haben nicht viel und eigentlich nur uns, deshalb sind wir umso mehr für jede Unterstützung, sei es moralisch oder auch finanziell sehr dankbar", sagt Sherryl Ephraim. Zunächst wohnen die Kinder beim Bruder der getöteten Mutter, langfristig sollen sie bei ihrer Tante leben, die ebenfalls in Hamburg zu Hause ist. Das Jugendamt habe diesem Plan bereits zugestimmt, sagt Sherryl Ephraim.

Das gesammelte Geld soll auch die spätere Zukunft der Kinder erträglicher machen. Beiträge in Vereinen, der Führerschein oder die Ausbildung könnten davon bezahlt werden, wünscht sich die Familie.

Täter wurde in Dulsberg festgenommen

Juliete H., die Mutter der vier Kinder, die in der Familie Nana Akua genannt wurde, war am vergangenen Mittwoch offenbar von dem Familienvater getötet worden. Der getrennt lebende Ehemann, Marc H., war kurz nach der Tat in seiner Wohnung in Dulsberg festgenommen worden. Zwei der Kinder stammen von ihm, zwei der älteren Geschwister, 14 und 18 Jahre alt, aus einer früheren Beziehung.

Auch das Hamburger Abendblatt prüft mit seinem Hilfsprojekt "Mensch zu Mensch", wie den Kindern geholfen werden kann.