Altona-Nord

Mordfall Juliete H.: Polizei durchsucht Park

Die Polizei durchsucht eine Fläche an der Eckernförder Straße.

Die Polizei durchsucht eine Fläche an der Eckernförder Straße.

Foto: Svetlana Berilo

Tatwaffe ist offenbar noch nicht gefunden worden. Die vierfache Mutter war am Mittwoch erstochen worden.

Hamburg.  Ein regnerischer Freitag, es schüttet aus grauen Wolken. Rund um das Haus an der Eckernförder Straße, dem Tatort, herrscht eine erdrückende Stille. Nur eine starke uniformierte Präsenz und vier vor dem Gebäude abgestellte Mannschaftswagen der Polizei erinnern an das Drama, das sich hier am Mittwoch abgespielt hat und einer Mutter von vier Kindern das Leben kostete. Rund 20 Polizisten suchen akribisch einen Park in der Nähe ab. Suchen sie nach der Tatwaffe? Es seien „Gegenstände“ aufgefunden worden, teilte dazu eine Polizeisprecherin mit. Mit Verweis auf die noch laufenden Ermittlungen wollte sie jedoch keine Einzelheiten nennen.

Drei Tage nach der schockierenden Bluttat ist weiter unklar, warum Marc H. (49) mit einem Messer auf seine getrennt von ihm lebende Ehefrau Juliete H. (42) einstach – auf die Frau, mit der er zwei sieben und elf Jahre alte Söhne hat. Der ältere fand seine von mehreren Messerstichen und einem Schnitt am Hals tödlich verletzte Mutter am Mittwochmittag nach der Schule.

Ermittlungen wegen Totschlags

Juliete H. hinterlässt vier Kinder. Ihre beiden ältesten Kinder, 14 und 18 Jahre alt, stammen aus einer früheren Beziehung. Von einer akuten Traumatisierung durch das Ereignis sei in jedem Fall auszugehen, sagt Professor Dr. Michael Schulte-Markwort, Kinder- und Jugendpsychiater am UKE. Es hänge von der Persönlichkeit der Kinder ab, ob sich eine posttraumatische Belastungsstörung entwickelt. Wichtig sei es, ihnen eine soziale Sicherheit zu bieten, sie angemessen psychiatrisch und psychotherapeutisch zu behandeln.

Kurz nach der Tat nahmen Ermittler Marc H. in seiner Wohnung in Dulsberg fest. Er soll seine Frau in der Vergangenheit mehrfach misshandelt und sie im September 2017 mit einem Elektroschocker malträtiert haben. Die Staatsanwaltschaft hat jetzt Ermittlungen wegen Totschlags gegen den 49-Jährigen eingeleitet. In einer Stellungnahme übten die Hamburger Autonomen Frauenhäuser Kritik daran: Es handele sich nicht um Totschlag, sondern um Mord.