Glosse

Der perfekte Knoten – eine elende Tüdelei

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt

Der Autor ist Sportreporter beim Abendblatt

Foto: Klaus Bodig

Knoten zu beherrschen ist in manchen Lebensbereichen unverzichtbar. Klettverschlüsse hin und her – wie ein Schuh zu binden ist, muss jedes Kind lernen. Nicht ohne Grund ist die Knotenkunde unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung von Seeleuten und Bootsführerscheinanwärtern. Aber insbesondere in der Vorweihnachtszeit benötigen auch Buchhändler und Drogisten exzellente Kenntnisse darüber, wie Geschenkband unterschiedlichster Dicke und Materials möglichst dekorativ zu verschlingen ist. Immerhin sind Henkersknoten nicht mehr so gefragt wie einst in der frühen Neuzeit.

Dennoch: Es ist eine elende Tüdelei, wenn man mal in die Situation kommt, einen Knoten schnell schlingen zu müssen. Links rum, Schlaufe, durchziehen, wie war das gleich? Alles Mist. Hält nicht, rutscht raus, löst sich schlecht, löst sich zu leicht. Für alles haben wir schließlich Hilfsmittel, bei der Alltagsknotenproblematik aber ist noch keine Unterstützung in Sicht. Bis jetzt.

Die „Löwen“ aus der gleichnamigen Fernsehhölle – pardon Höhle – werden die Preise in die Höhe treiben, das Patent wird die Erlaubnis zum Gelddrucken. Die Knotenmaschine kommt. Ganz sicher. Täglich funktioniert sie schließlich schon im Selbstversuch. Ob man will oder nicht. Es ist absolut verlässlich, und wenn man ehrlich ist, manchmal nervt es sogar.

Probieren Sie es selbst einmal: Legen Sie einen Mobilphone-Kopfhörer ordentlich aufgerollt in sein Schutzbeutelchen, tragen Sie ihn ein, zwei Stunden herum, holen Sie ihn heraus und – das Kabel ist perfekt verknotet.