Glosse

Schusseligkeit zum Freuen

Geneviève Wood

Geneviève Wood

Foto: Roland Magunia

Vier gestohlene Fahrräder innerhalb von 14 Monaten: Das ist unser trauriger Rekord. Hinzu kommen noch ein gestohlener Fahrradsattel und ein Versuch, das Schloss zu knacken.

Beim ersten Diebstahl ist man wütend, dann verzweifelt, das dritte und vierte Mal haben nur noch hysterisches Lachen zur Folge. Besonders der Verlust des roten Rades, das uns nach Diebstahl Nummer zwei geschenkt worden war, war heftig. Das klaut doch niemand, dachten wir. Bis es nach der Schule nicht mehr da war. Dann der Anruf von der Polizei: „Wir haben Ihr Fahrrad!“ Es stand beim Hausmeister, weil die Tochter es an ein anderes Rad angeschlossen hatte und das Schloss geknackt werden musste. Über Aushänge wurde der Besitzer gesucht. Vergebens. Die 13-Jährige hatte nichts davon mitbekommen.

Sehr genau schaute sie dann aber hin, als ein Polizist das rote Rad über den Schulhof schob, um es abzuholen. „Das ist mein Rad!“ Sie hat es nun wieder. Ja, die Pubertät. Irgendwann ist sie vorbei. Könnten doch alle verschwundenen Räder mit Schusseligkeit erklärt werden und wiederauftauchen.

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