Polizei Hamburg

Streifenwagen tötet Fußgänger: Wie schnell war die Polizei?

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Ein Mann starb nach dem Zusammenstoß noch an der Unfallstelle. Unklarheiten zur Geschwindigkeit des Fahrzeugs.

Hamburg. Tödlicher Unfall durch einen Streifenwagen: Auf der Harburger Chaussee hat ein Peterwagen aus bislang noch nicht bekannter Ursache einen Fußgänger erfasst und tödlich verletzt. Der 24 Jahre alte Mann starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.

Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Unfall am Freitagabend gegen 19.15 Uhr. Die beiden Beamten waren mit ihrem Steifenwagen vom Typ Mercedes 220 E mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn unterwegs und befuhren für ihren Einsatz die Harburger Chaussee aus Richtung Veddel kommend in Richtung Schlenzigstraße.

In Höhe der Hausnummer 73 trat plötzlich der Fußgänger verdeckt hinter einem Lastwagen auf die Straße, um sie zu überqueren. Die Polizisten konnten nicht mehr bremsen. Der 24-jährige Fußgänger wurde von ihrem Streifenwagen erfasst, zunächst gegen einen parkenden Wagen und dann in den Gegenverkehr geschleudert.

Funkstreifenbesatzung seelsorgerisch betreut

Trotz sofortiger notärztlicher Versorgung kam für ihn jede Hilfe zu spät. Der 35-jährige Fahrer des Funkstreifenwagens erlitt einen Schock und wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus eingeliefert und dort ambulant behandelt. Der 25-jährige Beifahrer blieb unverletzt. Beide Beamte wurden seelsorgerisch betreut.

Auf der Straße sind mehr als 50 Meter lange Bremsspuren des Fahrzeugs zu erkennen, das schließlich vor einer Bushaltestelle zum stehen gekommen ist. Zur Rekonstruktion des Unfalls ist ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen und die Unfallstelle mit einem 3D-Scanner vermessen worden. Für die Dauer der Unfallaufnahme war die Harburger Chaussee bis 0.15 Uhr in beide Richtungen voll gesperrt.

Zeugenaufruf

Die Polizei bittet Zeugen, die den Unfall beobachtet haben, sich unter der Rufnummer 040/4286-54961 oder an einer Polizeidienststelle zu melden.

Zuständig für die Klärung des Unfallhergangs ist nun der Verkehrsunfalldienst Süd. Bei der Spezialdienststelle arbeiten nach Angaben einer Polizeisprecherin vom Sonntag Beamte, die gezielt dafür ausgebildet sind, Verkehrsunfälle zu untersuchen. Der Verkehrsunfalldienst stehe nicht im Zusammenhang mit den am Unfall beteiligten Polizeibeamten.

Zu den genauen Umständen des Unfalls, etwa zur Geschwindigkeit des Polizeiautos, machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Sprecherin bestätigte, dass es eine Bremsspur auf der Straße gegeben habe. Ein unabhängiger Sachverständiger sei hinzugezogen worden und habe unter anderem die Bremsspur vermessen. Wie lang sie ist, sei der Polizei noch nicht bekannt. Hamburger Medien hatten berichtet, dass die lange Bremsspur des Polizeiwagens auf eine hohe Geschwindigkeit des Fahrzeugs hindeute. Die Polizei machte keine Angaben darüber, ob bereits Augenzeugen zum Unfallhergang vernommen wurden.

( HA )

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