Glosse

Fenster putzen, saugen – das bisschen Haushalt ...

Elisabeth Jessen

Elisabeth Jessen

Foto: Andreas Laible / HA

Das bisschen Haushalt macht sich doch mit links ... Nein, das sagt nicht mein Mann, sondern ein Freund, der sich kürzlich ein Haus gekauft und nun Spaß daran hat, wenn alles blitzblank ist. Dabei will er sich aber möglichst nicht die Finger schmutzig machen oder in Schweiß geraten.

Wer möchte da noch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern leugnen? Beispielsweise beim Fensterputzen: Frau nimmt Glasreiniger und einen Lappen oder Zeitungspapier zur Hand und wischt mit ganzem Körpereinsatz über die Glasflächen – sie lässt natürlich auch die Rahmen nicht aus. Mann kauft sich einen Fenstersauger: „Das gelbe Teil hat einen Motor, der das Wasser absaugt“, schreibt der Freund stolz und schickt per WhatsApp ein Foto seines geputzten Fensters. „Hat nur zwei Minuten gedauert.“ Aber was ist mit den Rahmen? Dazu schweigt er.

Oder Parkettflächen? Frau wischt nach dem Saugen mit einem Bodenwischer nebelfeucht über die Flächen, Mann kauft sich einen Hartbodenreiniger, der es laut Werbung ermöglicht, „sowohl feuchten als auch trockenen Schmutz in nur einem einzigen Arbeitsschritt aufzuwischen und abzusaugen. So bleibt einem das lästige Vorsaugen erspart“. Kostet die Kleinigkeit zwar etwa 250 Euro, aber seine Begeisterung ist unbezahlbar. Ein anderer Freund hat sich einen Saugroboter gekauft. Von der Idee, ihn rotieren zu lassen, während er bei der Arbeit ist, ist er wieder abgekommen. Das Gerät hakt sich leicht fest und schaltet sich dann ab. Sauber wird es so nicht. Jetzt schaltet er den Roboter nur an, wenn er selbst zu Hause ist – nun wuselt der Sauger immer um ihn rum wie ein kleiner Hund.

Muss man alles nicht haben! Putzlappen lassen sich zudem viel leichter verstauen als all die Geräte. Und was kann man mit all dem gesparten Geld nicht alles anfangen? Da fällt Frau immer was ein! Aber ganz bestimmt nichts für den Haushalt.