Bönningstedt

Fünf Kinder angefahren: Opfer kamen aus dem "Kids & Play"

Das Handy hinterm Steuer zu benutzen, kann gefährlich enden (Symbolbild)

Das Handy hinterm Steuer zu benutzen, kann gefährlich enden (Symbolbild)

Foto: imago/bonn-sequenz

73-Jähriger fährt mit seinem Mercedes in 15 Personen starke Gruppe aus Altona – weil er am Handy agierte? Polizei sucht Zeugen.

Bönningstedt.  Schock für eine Kindergruppe aus Hamburg-Altona: Drei Mädchen und zwei Jungen im Alter zwischen einem und zehn Jahren sind in Bönningstedt von einem Auto erfasst worden. Alle fünf kamen in Krankenhäuser, wurden zum Glück nur leicht verletzt. Der 73-jährige Unfallverursacher war offenbar abgelenkt – möglicherweise durch sein Handy.

Bis zu dem Unfall war es für die 15 Personen umfassende Gruppe, die überwiegend aus Kleinkindern in Begleitung einiger Mütter bestand, ein schöner Tag. Sie hatten die Kinderspielwelt „Kids & Play“ an der Goosmoortwiete in Bönningstedt besucht, wo auf 2200 Quadratmetern in einer ehemaligen Tennishalle unterschiedliche Spielgeräte aufgebaut sind. Um kurz nach 17.30 Uhr verließ die Gruppe die Anlage und wollte zu Fuß die etwa 15 Minuten lange Strecke zur Haltestelle der AKN zurücklegen, um von dort aus per Bahn den Heimweg nach Altona anzutreten.

Kindergruppe wartete an der Fußgängerampel

Der folgenschwere Unfall ereignete sich gegen 17.45 Uhr an der Ecke Goosmoortwiete/Kieler Straße. Nach ersten Ermittlungen der Polizei kam der 73 Jahre alte Autofahrer, der aus dem Nachbarort Ellerbek stammt, aus der Goosmoortwiete. „Er wollte mit seinem Mercedes nach rechts auf die Kieler Straße einbiegen“, sagt Nico Möller, der Sprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg. Die Kindergruppe wartete ein kleines Stück entfernt an der dortigen Fußgängerampel, um die Kieler Straße überqueren zu können.

Was dann passierte, rekonstruiert die Polizei so: Der Senior bog ab, unterließ jedoch danach jede Lenkbewegung. In der Folge fuhr der Mercedes die Kurve weiter aus und geriet auf den Gehweg, wo Kinder und Eltern warteten. „Zum Glück war das Fahrzeug zum Zeitpunkt der Kollision sehr langsam“, so Polizeisprecher Möller weiter.

Fünf Kinder von Fahrzeug touchiert

Die Folgen waren dennoch schwerwiegend: Fünf Kinder wurden von dem schweren Fahrzeug touchiert – drei Mädchen (anderthalb, acht und zehn Jahre alt) sowie zwei fünf und acht Jahre alte Jungen. Unter den Opfern sollen sich auch Geschwister befinden.

Die zuständige Einsatzleitstelle in Elmshorn schickte ein Großaufgebot an Rettungskräften zum Unfallort. Die betroffenen Kinder sollen sich Prellungen zugezogen beziehungsweise über Schmerzen im Bein geklagt haben. Vorsichtshalber kamen alle Opfer entweder in das UKE oder ins Kinderkrankenhaus Altona.

Gegen den 73-jährigen Autofahrer ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung. „Hinweise auf Alkohol oder eine Medikamenteneinnahme gab es nicht, sodass eine Blutprobe nicht notwendig war“, so der Polizeisprecher. Es habe auch keinen Anlass gegeben, den Führerschein des Mannes sicherzustellen. Möller: „Er hat keinen verwirrten Eindruck hinterlassen“. Laut dem Polizeisprecher gibt es allerdings Hinweise, wonach der Senior zum Zeitpunkt des Unfalls abgelenkt gewesen sei, weil er sich mit dem Handy beschäftigt haben soll. Insbesondere zu dieser Frage sucht die Polizei unter Telefon 040/55 60 10 90 noch Zeugen.