Glosse

Motivation im Fitnesscenter

Der Autor ist Redakteur in der Lokalredaktion

Der Autor ist Redakteur in der Lokalredaktion

Foto: Klaus Bodig / HA

Pünktlich zum Januarstart sind in den Fitnesscentern lauter neue Leute aufgekreuzt. Ratlos irren sie mit Listen („Ihr ganz persönliches Programm“) durch den Gerätewald, lesen von „Overhead“ und „Stretcher“ und drehen ziemlich ratlos an den vielen Hebeln und Knöpfen herum.

Besonders angetan haben es mir die Senioren, die auf ihre alten Tage noch mal die Muskeln trainieren wollen. Hut ab. Statt den Morgen mit Schinkenbrötchen oder Apfelkuchen in irgendeiner Bäckerei zu verbringen, quälen sie sich nun also an den kalten, komplizierten Maschinen ab. Mit 70 erstmals (oder wieder) Gewichte zu stemmen, stelle ich mir anstrengend und frustrierend vor. Während der muskelbepackte Nebenmann mühelos 30 mal 100 Pfund wegdrückt, schaffen die tapferen Oldies zunächst gerade mal ein Fünftel davon – und das auch nur mit ziemlich vielen Plauderpausen.

Mehr Sport im neuen Jahr war ihr Vorsatz, und nun ist es also so weit. Aber gerade am Anfang sind die Fortschritte klein, jetzt heißt es dranbleiben und weiter entschlossen gegen den inneren Schweinehund ankämpfen.

Deshalb habe ich mir für 2018 auch etwas vorgenommen, nämlich: diese Neuen zu motivieren. Ein freundliches „Das klappt doch schon ganz gut“ an der richtigen Stelle wirkt Wunder. „Na, wenn Sie das meinen, dann will ich man weitermachen“, erwiderte mir letzte Woche eine eben noch verzagte Best-Agerin strahlend. Siehste. Ein bisschen helfen und gut zureden – schon hat man die tägliche gute Tat vollbracht.

Hantel- und Motivationstraining in einem – das hat was. Versuchen Sie’s doch auch mal.