Abendblatt-Hilfsaktion

Mitmachen! Montag helfen Hamburger den Flüchtlingen

Flüchtlinge ziehen in Hamburg auf ein Wohnschiff ein

Foto: dpa

Flüchtlinge ziehen in Hamburg auf ein Wohnschiff ein

Bei einer Hilfsaktion am Montag sammeln wir Spenden der Abendblatt-Leser. Von 11 bis 19 Uhr können Sie dringend Benötigtes abgeben.

Hamburg. Die Lage für Flüchtlinge wird immer dramatischer. Weil alle festen Unterkünfte in Hamburg ausgelastet sind, werden viele mittlerweile in Zelten untergebracht. Dort leben sie, je nach Zeltgröße, mit 15 oder 31 anderen auf engstem Raum zusammen – ohne Privatsphäre, mit fremden Bettnachbarn, weinenden Babys und regennasser Kleidung, die bei der hohen Luftfeuchtigkeit nur schwer trocknet.

Live-Blog: Tausende Spender bei Abendblatt-Aktion

Die Hilfsbereitschaft der Hamburger ist groß. Fast überall dort, wo Flüchtlingsunterkünfte entstehen, bilden sich Willkommensinitiativen. Auch das Hamburger Abendblatt möchte helfen. Am kommenden Montag veranstalten wir eine große Spendenaktion, um es den Neuankömmlingen ein bisschen leichter zu machen – und um ihnen zu zeigen, dass die Stadt ihnen momentan zwar keine zufriedenstellenden Unterkünfte zur Verfügung stellen kann, die Bevölkerung sie aber dennoch herzlich aufnimmt.

Sie, liebe Leser, können uns dabei unterstützen. Zwischen 11 und 19 Uhr können Sie in der Passage vor unserem neuen Redaktionsgebäude am Großen Burstah 18-32 Spenden abgeben. Wir stellen zwei große Lastwagen bereit, mit denen wir die Hilfsgüter noch am selben Tag zu den Flüchtlingsinitiativen bringen, die sich um die Bewohner der großen Zentralen Erstaufnahmen (ZEA) kümmern. Sie nehmen unsere Spenden entgegen, weil es in den Unterkünften keine Lagerkapazitäten gibt: die Luthergemeinde für die ZEA Schnackenburgallee, wo in den letzten Tagen 700 weitere Flüchtlinge aufgenommen wurden, "Die Insel hilft" für die ZEA Dratelnstraße in Wilhelmsburg und das Jugendzentrum Jenfeld, wo die Hilfe für die ZEA Jenfelder Moorpark koordiniert wird.

Weil auch bei den Initiativen die Lagermöglichkeiten begrenzt sind, haben sie uns gebeten, nur das anzuliefern, was von den Flüchtlingen tatsächlich dringend benötigt wird. Dieses Anliegen geben wir hiermit an Sie weiter. Spenden Sie bitte wirklich nur das, was auf der Liste (siehe oben) steht. Wir haben sie in Kooperation mit den Initiativen erstellt.

Um uns allen die Arbeit zu erleichtern, bitten wir Sie, Ihre Spenden nach Artikeln zu sortieren und in beschriftete Plastikbeutel oder Kartons zu verpacken. So können wir gewährleisten, dass alles gerecht verteilt wird.

Am dringendsten wird Bekleidung gebraucht. Selbstverständlich sollte sie gewaschen oder gereinigt und in gutem Zustand sein. "Am geeignetsten ist sportliche Kleidung", sagt Elka Haas, die die Flüchtlingshilfe bei der Luthergemeinde koordiniert. Also: Spenden Sie bitte keine Sakkos und Hemden, sondern Kapuzenjacken, Jeans, T-Shirts und Sportschuhe. Bitte berücksichtigen Sie, dass viele Flüchtlinge aus Ländern kommen, in denen Männer eher kleinerer Statur sind. Männerbekleidung wird nur in den Größen S und M benötigt. Auch bei Schuhen, Flipflops und Badelatschen sind kleine Männergrößen gefragt. Für Frauen und Mädchen werden dringend Leggins, lange Röcke (bis übers Knie) und langärmelige T-Shirts, alles ab Größe 158, gesucht. Die Jungen freuen sich über Jeans, Sweatshirts und T-Shirts, alles ebenfalls ab Größe 158. Für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen fehlen Unterwäsche, Büstenhalter und Socken, die möglichst ungetragen, auf jeden Fall aber neuwertig sein sollten.

Auch Reisetaschen und Koffer werden benötigt – zum Aufbewahren und für den Transport: Viele Flüchtlinge werden die Erstaufnahmen in den kommenden Monaten wieder verlassen. Die Grundausstattung für die Flüchtlinge ist spärlich, gespendete Bettwäsche (Laken, Kissen- und Deckenbezüge) und Handtücher sind daher sehr willkommen. Auch diese Artikel sollten selbstverständlich gewaschen sein. Geschirr, Besteck, Töpfe und Haushaltsgeräte werden nicht benötigt, da die Flüchtlinge verpflegt werden.

Ein großer Bedarf besteht dagegen an Hygieneartikeln wie Shampoos, Duschgel, Zahnpasta, Damenbinden und Tampons (alles bitte original verpackt). Für kleine Kinder werden Windeln, Feuchttücher und Säuglingsnahrung benötigt (ebenfalls original verpackt, beispielsweise Babyvita Pre). Außerdem freuen sich Eltern über Kinderwagen, Buggys und Trageschalen (etwa Maxi Cosi).

Kuscheltiere und Puppen sind aus hygienischen Gründen nicht geeignet. Eine große Freude machen Sie Kindern aber mit Bällen (auch Fußbällen), Material zum Malen, (verkehrssicheren) Fahrrädern oder Tretrollern. Gummistiefel und Matschhosen bitte nicht spenden. Über Fahrräder freuen sich natürlich auch Erwachsene – ebenso wie über Stifte und Papier für die Deutschkurse, die ihnen von den Hilfsinitiativen angeboten werden.

Wenn Sie lieber mit einer Geld- statt mit einer Sachspende helfen möchten, überweisen Sie den Betrag am besten an das Dienstleistungsunternehmen fördern & wohnen, das die meisten Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt betreibt (f&w fördern und wohnen AöR, Hamburger Sparkasse, IBAN DE09200505501015210600, Stichwort: Flüchtlinge). Sie erhalten eine Spendenbescheinigung.

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Fördern und wohnen und die Flüchtlingsinitiativen freuen sich über die Abendblatt-Hilfsaktion. "Wir finden dieses Engagement für die Flüchtlinge, die bei uns wohnen. toll. Wir danken allen, die daran mitwirken", so f&w-Sprecherin Susanne Schwendtke. Torsten Niehus vom Jugendzentrum Jenfeld empfindet das Projekt als "willkommene Unterstützung der Flüchtlinge bei uns im Moorpark". Und Daniel Peters von der Initiative "Die Insel hilft", sagt: "Eine wirklich gute Idee, wir sind begeistert."

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