Presseschau

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Zu Russland-Sanktionen

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass – über diese Phase symbolischer Sanktionspolitik gegenüber Moskau geht die EU nun eindeutig hinaus. Russland dürfte in die Rezession abstürzen, wenn die nun beschlossenen Maßnahmen zu greifen beginnen. General-Anzeiger (Bonn)

Die EU hat lange gezögert, vor allem wegen der Zurückhaltung der deutschen Regierung. Der muss man zugutehalten, dass sie glaubte, Moskau werde das Signal verstehen und reden statt schießen (zu lassen). Das war eine Fehleinschätzung. Trierischer Volksfreund

Die Entscheidung ist vor allem eine Frage der Selbstachtung. Man kann nicht monatelang Strafmaßnahmen androhen, ohne irgendwann auch einmal Ernst zu machen, wenn sich die Lage einfach nicht bessert. Kurzfristig wird Russlands Präsident Putin jetzt wohl nicht einlenken, auf längere Sicht aber vielleicht schon. Denn auch er kann kein Interesse daran haben, dass Russland immer tiefer in eine Wirtschaftskrise rutscht. Märkische Allgemeine

Zwar haben die geplanten Wirtschaftssanktionen keinen totalen Charakter, sondern betreffen nur Sektoren und auch nicht den größten, den Gasbereich. Doch sie beweisen, dass die EU zum ersten Mal zu einem wirtschaftlichen Risiko bereit ist. Noch nie war Europa so nahe daran, viele Milliarden Euro und Tausende Arbeitsplätze zu verlieren, um zu zeigen, dass es sich doch an seinen Werten orientiert. Rzeczpospolita (Warschau)