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Der Bau der A26-Ost sollte nicht unnötig zerredet werden

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Martin Kopp

Foto: dpa

Der geplante Autobahnbau soll eigentlich den Verkehr in Hamburg entlasten. Gerade deshalb darf er kein Dauerstreitfall werden.

Der geplante Bau der A26-Ost ist umstritten. Die einen sagen, das Projekt ist notwendig, um den Straßenverkehr in und um Hamburg zu entlasten und endlich einen Lückenschluss zwischen den Autobahn 7 im Westen und der Autobahn 1 im Osten hinzubekommen. Gegner halten einen 1,9 Milliarden Euro teuren Bau für einen gerade einmal 9,7 Kilometer langen Autobahnabschnitt für aus der Zeit gefallen. Der Klimawandel verlangt weniger Straßenverkehr, nicht mehr.

Das Für und Wider sei dahingestellt. Das mag jeder für sich beantworten. Der Umgang mit diesem Projekt ist aber für die Energiewende ein unheilsversprechendes Warnzeichen. Denn wenn alle Projekte der Energiewende so zerredet werden wie die Entscheidung, ob man diesen Wurmfortsatz der Autobahn 26 baut, wird sie scheitern.

Autobahnbau wird seit den 1980er-Jahren diskutiert

Seit den 1980er-Jahren wird über eine zusätzliche Ost-West-Querung für Hamburg diskutiert. Damals hieß sie noch „Hafenquerspange“. 2016, so schien es, gab es einen Durchbruch. Die A26-Ost wurde im Bundesverkehrswegeplan verankert. Doch kaum wechselte 2021 die Bundesregierung, steht das Projekt nun wieder auf dem Prüfstand – und zwar nachdem seine Planungen viele Millionen Euro verschlungen haben.

Knüpfen wir große Infrastrukturvorhaben – völlig egal, ob es um Straßen oder Windparks geht – daran, welche Regierung gerade am Zug ist, dann können wir einpacken. Denn dann werden sie nie gebaut. Das können wir uns nicht leisten. Und was passiert mit der Autobahn 26? Sie wird im Anschluss an die A 7 enden, wenn die Hafenpassage im Osten nicht gebaut wird. Das wäre auch kein Beinbruch.

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