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Anwohnerparken für alle!

Geneviève Wood ist Redakteurin im Hamburg-Ressort.

Geneviève Wood ist Redakteurin im Hamburg-Ressort.

Foto: Roland Magunia/Hamburger Abendblatt

In Hauruckaktionen gelingt die Mobilitätwende nicht. Autofahrer fühlen sich in Hamburg nur noch gegängelt und bevormundet.

Hamburg. Die Mobilitätswende mit dem Ansinnen, das eigene Verhalten zu überdenken und vor allem in der Großstadt möglichst auf das private Auto zu verzichten, ist möglich. Aber nicht von heute auf morgen, nicht durch Hauruckaktionen.

Dass das Bewohnerparken den Parkdruck mindern und Anwohnern bei der Parkplatzsuche das Leben erleichtern soll, erscheint ohnehin als Farce, denn in vielen Gegenden ist das Gegenteil der Fall.

Für Gewerbetreibende ist das eine existenzielle Frage

Autofahrer, die in Hamburg häufig auch selbst Fußgänger und Radfahrer sind, fühlen sich gegängelt und bevormundet. Die Folge sind Wut und Trotz. Die Parkplatzsuche, die nun auch noch Geld kostet, mag für Großstadtbewohner ohne Haus mit eigenem Stellplatz auf dem Grundstück lästig genug sein: Für Gewerbetreibende aber kann sie existenziell sein.

Wenn die Mobilitätswende bedeutet, dass kleine Unternehmer wie die Einzelhändler rund um den Lehmweg in Hoheluft-Ost sich um ihre wirtschaftliche Zukunft sorgen müssen, gehen diese Maßnahmen zu weit. Und geradezu unverschämt und arrogant ist es, wenn etwa einem Hotelier in Rotherbaum von offizieller Seite gesagt wird, er solle seine Einkäufe doch mit dem Lastenrad erledigen.

In Zeiten von Inflation und Personalmangel und kurz nach dem Ende der Pandemie mit massiven wirtschaftlichen Folgen für den Einzelhandel müssen gerade Kleinunternehmer und Mittelständler von der Politik unterstützt oder zumindest nicht gefährdet werden. Inhabergeführte Läden, der Schlachter um die Ecke – alle wollen sie, Politiker aber machen ihnen mit solchen Maßnahmen das Leben unnötig schwer. Die Lösung: Anwohner und Gewerbetreibende in einem Gebiet sind anwohnerparkberechtigt. Ganz einfach.

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