Meinung
Kommentar

Moia braucht einen langen Atem

Heiner Schmidt
Der Autor ist für das Wirtschaftsressort beim Abendblatt tätig.

Der Autor ist für das Wirtschaftsressort beim Abendblatt tätig.

Foto: Andreas Laible / HA

Die Zwischenbilanz wird eingetrübt durch die Auswirkungen der Pandemie. Noch ist unklar, ob der Fahrdienst ein Erfolg wird.

Hamburg. Als der Fahrdienst Moia im Frühjahr 2019 in Hamburg startete, waren die selbst gesteckten Ziele hoch und ehrgeizig: Eine Flotte von 500 der schwarz-golden lackierten und vollelektrisch angetriebenen Kleinbusse wolle man bis Ende 2022 auf den Straßen der Hansestadt betreiben, kündigte das Tochterunternehmen des Volkswagenkonzerns an. Dreieinhalb Jahre später sind es selbst in Spitzenzeiten nur um die 230. Im Schnitt transportiert Moia etwa 1,5 Millionen Fahrgäste pro Jahr. Die Busse und Bahnen des HVV dagegen hatten im Vor-Corona-Jahr 2019 um die 800 Millionen Passagiere.

Hat der Service die in ihn gesetzten Erwartungen also bei Weitem nicht erfüllt, ist Moia gar ein Flop? Für Antworten darauf ist es natürlich zu früh. Die Zwischenbilanz des Sammeltaxis wird eingetrübt durch die Auswirkungen der Pandemie, in der Moia zeitweise gar nicht und lange Zeit nur eingeschränkt fahren konnte.

Ist Moia ein Flop? Das zeigt sich erst noch

Ohnehin bemessen sich der Erfolg oder Misserfolg von Moia für die Stadt und für das Unternehmen an ganz anderen Kriterien. Für Hamburg ist entscheidend, ob der Dienst dazu beiträgt, das Mobilitätsangebot so zu verbessern, dass mehr Menschen bereit sind, ihr Auto stehen zu lassen oder es im Idealfall sogar ganz abzuschaffen. Volkswagen will mit Diensten wie Moia eines Tages selbstverständlich Geld verdienen. In Hamburg wird getestet, ob das möglich sein könnte.

Mit der Verlängerung der Betriebsgenehmigung und der Ausweitung des Betriebsgebiets (das schon mal größer war) setzen beide Seiten nun Zeichen, dass sie weiterhin langfristig miteinander arbeiten wollen. Bis sich herausstellt, ob Moia die Erwartungen erfüllen kann, brauchen alle Beteiligten einen langen Atem.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Meinung