Der Minister könnte mit seinem Kommunikationsstil die Krise noch verschärft haben

Wenn der eine Koalitionspartner über „handwerkliche Fehler“ spricht, und der andere mahnt, dass in der Politik nicht nur „schöne Worte“ zählen, dann weiß Robert Habeck, dass die angenehmen Zeiten für ihn vorbei sind. Der Bundeswirtschafts­minister hat in den vergangenen Monaten mit einem Kommunikationsstil gepunktet, den der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil jetzt als „interessant“ bezeichnet, der objektiv bei vielen Menschen aber deutlich besser ankommt als der des Kanzlers. Habeck beherrscht es wie kein anderer Politiker hierzulande, den Bürgern das Gefühl zu geben, ihm beim Denken zuhören zu können, er liefert Zweifel, wo man früher klare Ansagen erwartet hätte. Das hat ihn zu dem Mann gemacht, dessen Name am häufigsten genannt wird, wenn In­stitute fragen, wen die Deutschen derzeit zum Kanzler wählen würden.