Meinung
Glosse

Warum wir uns doch auf die Fußball-WM freuen können

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Norman Raap

Was machen Sie am vierten Advent? Vermutlich Fußball schauen – dem unbestechlichen Instinkt der Fifa für Fans sei Dank.

Hamburg. Wenn ein Text über die Adventszeit Ihnen im August nicht behagt, dann lesen Sie bitte nicht weiter. Na gut, ich habe Sie gewarnt! Wenn Sie aber auf die Frage „Was ist ein romantisches Abendessen?“ am liebsten antworten: „Fußball gucken bei Kerzenschein“ – dann wird es jetzt so richtig hyggelig, wie wir Süddänen sagen.

Preisfrage: Was machen Sie am vierten Advent, so gegen 16 Uhr? Den Kranz anzünden (aber bitte nur die Docht-Enden!), heißen Tee gegen die Gasknappheit trinken und genüsslich in ein Stück Stollen beißen? Klar. Nur dass im Hintergrund neben „Alle Jahre wieder“ die „Sportschau“-Fanfare, zwei Nationalhymnen und ein hoffentlich packendes Fußballspiel im Fernsehen laufen. Zumindest in den meisten Wohnzimmern. Am vierten Advent ist nämlich das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft. Dem unbestechlichen Instinkt der Fifa für Fans sei Dank.

Eine Fußball-WM mitten im Advent

Alternativ treffen sich Feierfreudige auf zum Fanfest umgestalteten Weihnachtsmärkten beim Public Viewing. Da gibt es ähnlich überteuerte Bratwurst wie im Stadion und so viel heißen Glühwein, dass man „Katar“ nicht mehr von „Kater“ unterscheiden kann. Die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge sägen schon an neuen Räuchermännchen, die im deutschen WM-Trikot und mit farbenfrohen Bengalos in der Hand Stimmung machen. Motto: Advent, Advent, die Kurve brennt. Oder wie St. Paulis früherer Fußballgott Holger Stanislawski einst als Trainer forderte: „Der Rasen muss brennen!“

Das kommt Ihnen spanisch vor? Dann halten Sie sich am besten auch gleich den ersten Advent frei! Dann spielt Deutschland gegen Spanien und kann im zweiten von drei Vorrundenspielen bereits den (Geschenke-)Sack zumachen. Der offizielle WM-Song steht auch schon fest: „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“.

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