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Hamburgs Einkaufscenter müssen Erlebnisse bieten

Melanie Wassink, Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion

Foto: Melanie Wassink, Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion

Die Auswahl von Amazon & Co. kann der stationäre Handel nicht bieten. Deshalb müssen Hamburgs Einzelhändler umdenken.

Hamburg. In den Einkaufscentern der Stadt herrscht Optimismus. Viele neue Geschäfte haben sich angesiedelt, sie hoffen in der Europapassage, im AEZ oder in der Hamburger Meile auf gute Umsätze. Und ihre Zuversicht scheint berechtigt. Immer mehr Kunden entdecken derzeit wieder die Lust am Shoppen. Sie genießen nach Ende der Lockdowns und der Maskenpflicht ein neues, von vielen Zwängen befreites Einkaufserlebnis. Allerdings: Mit der Inflation und den Sorgen vor einem teuren Winter droht schon die nächste Vollbremsung für den Konsum.

Damit die positive Entwicklung für die Geschäfte kein Strohfeuer wird, müssen die Kaufleute mehr tun, als ihre Regale aufzufüllen. Während der Pandemie hat wohl auch der letzte Internetmuffel den Komfort der Onlineshops entdeckt. Die meisten Kunden sind gut informiert, wissen Bescheid über die Preise und sind verwöhnt von einer schier endlosen Fülle an Marken oder Mustern.

Die Auswahl von Amazon & Co. kann der stationäre Handel nicht bieten, dieses Manko sollte er durch gute Beratung und freundliches Personal wettmachen. Und ebenso wichtig: Die Einkaufscenter in Hamburg müssen echte Erlebnisse bieten. In Dubai können die Kunden beim Shoppen durch riesige Aquarien schlendern, in Singapur staunen die Passanten über glitzernde Wasserfälle in den Malls. Auch deutsche Marketingexperten werden kreativ. In Osnabrück lockt ein Sporthaus mit einer eigenen Indoorwelle für Surfer, bei Leipzig sorgt ein Kletterwald mit einem Höhlenparcours für Spannung im Shoppingparadies. Gute Einkaufszentren bieten viele Läden und ausreichend Parkplätze. Die besten unter ihnen sorgen auch für unvergessliche Momente.

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