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Kommentar

Hamburgs Schulpolitik: Aus Fehlern vor Corona gelernt

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Peter Ulrich Meyer
Peter Ulrich Meyer leitet das Ressort Landespolitik des Hamburger Abendblatts.

Peter Ulrich Meyer leitet das Ressort Landespolitik des Hamburger Abendblatts.

Foto: HA / A.Laible

Corona zeigte Defizite bei der Digitalisierung auf, es fehlte an Geräten und Konzepten. Jetzt darf die Schulpolitik nicht nachlassen.

Hamburg. Vor einigen Jahren war der Einsatz von IT an Schulen vor allem etwas für „Computer-Freaks“ und von manchen noch belächelt. Schulbuch, Heft und Tafel galten als pädagogisches Maß der Dinge. Dann kam eine Zeit – und das ist nicht sehr lange her –, in der die Bedeutung der Digitalisierung von vielen erkannt wurde, aber viel zu wenig praktisch und konkret geschah. Das galt zunächst und vor allem für die Aus­stattung mit Laptops oder Tablets.

Dann kam Corona und damit die bittere Erkenntnis, dass die Schulen auf die zwangsläufigen Folgen der ersten Phasen der Pandemie – den Wechsel- und Distanzunterricht – durch die Bank nicht gut vorbereitet waren. Es fehlte an digitalen Endgeräten, es fehlte aber auch an pädagogischen Konzepten für das Homeschooling.

Zahl der Laptops in Hamburg verdreifacht

Es lässt sich nicht bestreiten, dass seitdem viel geschehen ist. In Hamburg ist die Zahl der Laptops für Schüler verdreifacht worden, alle Lehrerinnen und Lehrer haben ein Dienst-Tablet erhalten. Mindestens ebenso wichtig: Fast alle Schulen verfügen mittlerweile über ein leistungsfähiges WLAN, und das Angebot zu digitaler Fortbildung für die Lehrkräfte hat ebenso angezogen wie deren Bereitschaft, es auch zu nutzen.

Wer nur zurückschaut und sich fragt, wo Hamburg, wo Deutschland heute schulisch stehen würde, wenn hier vor acht oder zehn Jahren der Weg der Digitalisierung wie zum Beispiel in Dänemark eingeschlagen worden wäre, wird weiterhin vor allem Defizite sehen. Dabei ist klar, dass ein derart großes System wie die Schulen mit rund 30.000 Beschäftigten und 250.000 Schülerinnen und Schülern allein in Hamburg nicht im Laufe weniger Jahre digital umgesteuert werden kann.

Digitalisierung darf jetzt nicht nachlassen

Wichtig ist, in den kommenden Jahren nicht nachzulassen. Die digitale Ausstattung ist kein Ersatzprogramm für den pandemischen Notfall, sie ist zentraler Bestandteil der Schule von heute und morgen.

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