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HSV: Rassismus – und ein Paradoxon

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Der Vorfall im Volksparkstadion mit Schmähungen gegen Khaled Narey zeigt einen Vorteil personalisierter Tickets auf.

Hamburg. Die Aufregung war zunächst groß, als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montagvormittag bekannt gab, gegen den HSV zu ermitteln. Dabei ist es die allgemeine Pflicht des Verbandes, Untersuchungen einzuleiten, wenn ein so schwerwiegender Vorwurf wie Rassismus durch einen Zuschauer klar benannt wurde. Insofern durfte dieser Vorgang des DFB allgemein erwartet werden.

Weitaus ungewöhnlicher ist dagegen, dass der Zweitligist schon sehr weit in seinen Ermittlungen ist, den mutmaßlichen Täter ausfindig zu machen. Dies liegt zum einen an der sehr detailgetreuen Schilderung des Zeugen, der die rassistischen Schmähungen gegen den Ex-Hamburger und jetzigen Düsseldorfer Khaled Narey sowie HSV-Profi Bakery Jatta über das soziale Netzwerk Twitter öffentlich machte.

HSV-Tickets: Positiver Effekt der Personalisierung

Die Zeugenaussage eines einzelnen Zuschauers hätte aber wohl nicht ausgereicht, um mit der erforderlichen Härte gegen den Schuldigen vorgehen zu können. Vielmehr erweist es sich nun als glücklicher Umstand, dass die Tickets wegen der Corona-bedingten Auflagen personalisiert wurden. Eine Regel, die vor allem innerhalb der aktiven Fanszene sehr kritisch gesehen wird und die unter anderem dazu beigetragen hat, dass die Ultras vorerst zu einem Stimmungsboykott aufgerufen haben.

Doch auch die treuesten Anhänger müssen nun anerkennen, dass es eben jene personalisierten Tickets sind, die auch zur Aufklärung des Rassismus-Eklats beitragen. Natürlich dürfen die zum Teil berechtigten Argumente gegen diese Art von Überwachung deshalb nicht gänzlich unter den Tisch gekehrt werden. Doch der Vorfall beim HSV zeigt, dass eine solche Maßnahme auch von Vorteil sein kann, um die Werte des Clubs aufrechtzuerhalten. Werte, für die vor allem die Ultras stehen.

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