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Kommentar

Das Trinkwasser muss für uns alle reichen

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Rolf Zamponi
Rolf Zamponi ist Redakteur der Harburger Regionalausgabe vom Hamburger Abendblatt.

Rolf Zamponi ist Redakteur der Harburger Regionalausgabe vom Hamburger Abendblatt.

Foto: Klaus Bodig / HA

Was das Lüneburger Urteil für die Stadt Hamburg und das Umland bedeutet – und was wir alle daraus lernen können.

Der Landkreis Harburg hat vor dem Verwaltungsgericht in Lüneburg den Wasserstreit mit der Hansestadt gewonnen. Hamburg erhält nicht mehr Wasser aus der Nordheide als bisher schon. Darüber mag man sich in der Kreisstadt Winsen freuen. Aber die Bestätigung einer Rechtsauffassung für den Augenblick löst die immer mehr zutage tretende Umweltproblematik nicht.

Natürlich darf eine Großstadt nicht unversorgt mit Wasser bleiben. Aber wer will auf der anderen Seite die Verantwortung dafür übernehmen, dass Flüsse austrocknen? Wer übersieht, was das für Folgen haben wird?

Ein Urteil, so gut es begründet sein mag, und ein mögliches zweites eine Instanz höher sind nicht die Mittel, um solche existenziellen Fragen zu klären. Allenfalls vor dem Klimawandel hätte das die Rechtssprechung noch regeln können. Der Rat der Juristen kann nur zu einer Lösung beitragen, aber nicht eine abschließende bieten.

Wasser ist ein Gut, das wir zu selten schätzen – Wasser ist Leben

Wenn Hamburg Wasser jetzt aus der aktuellen Lage heraus die Bürger dazu aufruft, in besonderen Situationen künftig Wasser zu sparen, ist das ein Hinweis in die richtige Richtung – auch wenn er unmittelbar durch eine Gerichtsentscheidung ausgelöst wurde. Die Hamburger, aber auch die Menschen im Landkreis Harburg, in dem die Quellen für 13 Prozent des Bedarfs der Metropole liegen, müssen Wasser mehr schätzen lernen. Es ist ein Gut, das wir viel zu häufig viel zu lässig und gedankenlos verbrauchen. Wasser ist Leben.

Das Verfahren in Lüneburg sollte alle Beteiligten lehren, auf ein gemeinsames Vorgehen hinzuarbeiten. Nicht gegen, sondern miteinander. Das Wasser muss für alle reichen – egal ob Stadtmensch oder Einwohner auf dem Land. Es ist ein Grundbedürfnis. Der Kampf ums Wasser hat gerade erst begonnen. Er ist noch lange nicht gewonnen.

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