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Der Höhenflug des FC St. Pauli ist kein Zufall

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Carsten Harms
Der Autor ist Redakteur im Abendblatt-Sportressort.

Der Autor ist Redakteur im Abendblatt-Sportressort.

Foto: Klaus Bodig / HA

Der FC St. Pauli ist ein sehr ernsthafter Aufstiegsanwärter. Die Basis der jüngsten Erfolge wurde schon vergangene Saison geschaffen.

Hamburg. Es vergeht kaum noch ein Spieltag in der Zweiten Liga, an dem der jeweils gegnerische Trainer nicht den FC St. Pauli in höchsten Tönen lobt. Am Sonntag erhob Dresdens Coach Alexander Schmidt nach der 0:3-Niederlage seines Teams am Millerntor die Kiezkicker sogar zum Aufstiegsfavoriten.

Fakt ist, dass St. Paulis Sprung an die Tabellenspitze in der so namhaft besetzten Liga nach einem guten Viertel der Saison ganz sicher kein Zufall mehr ist. Die Basis für den Höhenflug der Mannschaft, die einen für St.-Pauli-Fans immer noch ungewohnt attraktiven und erfolgreichen Offensivfußball spielt, ist bereits in der erfolgreichen Rückrunde der vergangenen Saison gelegt worden.

Festhalten an Timo Schultz war goldrichtig

Es hat sich dabei als goldrichtig erwiesen, dass die Vereinsführung zum Jahreswechsel, als das Team auf einem direkten Abstiegsplatz stand, an Trainer Timo Schultz festgehalten hat, weil man von den Fähigkeiten des über viele Jahre im eigenen Verein geförderten und gereiften Coaches überzeugt war.

Dabei passt es ideal, dass Sportchef Andreas Bornemann die Spielidee des Trainers teilt und bei der Suche nach entsprechenden Spielern eine extrem hohe Trefferquote vorweisen kann. Auffällig ist, dass der Sportchef diverse Profis holte, die zuvor fast niemand auf dem Zettel hatte.

Personalentscheidungen bei St. Pauli waren richtig

Längst nicht allen St.-Pauli-Fans hat bisher gefallen, dass Bornemann in den gut zwei Jahren seines Wirkens einen massiven personellen Umbruch im Team forciert und dabei auch viele beliebte Spieler nicht weiter verpflichtet oder im Einzelfall sogar weggeschickt hat. Der Erfolg aber gibt ihm recht.

In den vergangenen beiden Jahren haben Arminia Bielefeld und der VfL Bochum bewiesen, dass man mit dem Anlauf einer starken Rückrunde eine Aufstiegssaison folgen lassen kann. Derzeit spricht sehr viel dafür, dass St. Pauli diesem Beispiel folgen kann – trotz Schalke, Werder und HSV als Konkurrenten.

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