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Nur Jansen steht zur Wahl: Falsches Spiel des HSV-Beirats

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Alexander Laux
Strahlender Sieger? Die Wahl von Marcell Jansen zum HSV-Präsidenten gilt nicht als sicher – und das, obwohl er der einzige Kandidat ist.

Strahlender Sieger? Die Wahl von Marcell Jansen zum HSV-Präsidenten gilt nicht als sicher – und das, obwohl er der einzige Kandidat ist.

Foto: Witters

Der Beirat beschneidet die HSV-Mitglieder in ihrem Mitbestimmungsrecht und verhindert einen demokratischen Wahlgang.

Hamburg. Dass mit dem HSV-Beirat im Rahmen der Ausgliederung im Mai 2014 ein neues Machtzentrum geschaffen wurde, war von Anfang an klar. Wer den Mitgliedern die Kandidatinnen und Kandidaten – oder wie jetzt geschehen, nur einen Kandidaten – für das Amt des Präsidenten des HSV e.V. vorschlagen darf, hält die Stränge der Macht fest in der Hand.

Schließlich vertritt der Präsident den Mehrheitseigner der HSV AG in der Hauptversammlung und bestimmt dort unter anderem die Mitglieder des Aufsichtsrats – ist dabei aber auf das Abnicken des Beirats angewiesen. Ein klarer Fall von Abhängigkeit.

Darum geht es:

Bisher hat dieser fünfköpfige Beirat – in wechselnder Besetzung – allerdings noch nicht bewiesen, dass er schlauere Entscheidungen zu treffen vermag als die Mitglieder, denen der Verein (und damit die AG) ja im Grunde gehört. Noch schwieriger erscheint von außen betrachtet, dass die Entscheidungsprozesse, wer den Durchgangsstempel „Für ein HSV-Amt geeignet“ erhält, selbst nach Jahren noch undurchsichtig oder wenig nachvollziehbar sind. So öffnet man Tür und Tor für Spekulationen, sich Machtspielchen hinzugeben.

HSV-Beirat verhindert demokratische Wahl

Ja, der Beirat soll Kandidaten filtern und kann dadurch Zirkus-Veranstaltungen verhindern. Aber ist es seine Aufgabe, die HSV-Mitglieder in ihrem sowieso schon bescheidenen Mitbestimmungsrecht massiv zu beschneiden und einen demokratischen Wahlgang zu verhindern? Ein klares Nein.

Wenn eine Satzung zulässt, dass eine Handvoll Menschen die Zukunft eines so großen Vereins massiv beeinflusst – in diesem Fall war sogar eine (!) Stimme im Beirat ausschlaggebend – ist sie dringend reformbedürftig.

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