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Zeit, die Außengastronomie in Hamburg zu öffnen

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Stephan Steinlein
Stephan Steinlein

Stephan Steinlein

Foto: Mark Sandten

Die Außengastronomie in Hamburg weiter zu verbieten, ist falsch. Die Menschen werden ins Umland getrieben.

Hamburg. Vor ein paar Tagen habe ich endlich wieder meine Eltern in Rheinland-Pfalz besuchen können. Beide über 80, fit und geimpft, waren wir – essen. In einem Restaurant. Zumindest auf dessen Terrasse. Was eigentlich noch nicht einmal eine Erwähnung unter Freunden wert ist, wurde zum Gesprächsthema, egal mit wem man sprach.

Wir waren e s s e n! Das erste Mal seit mehr als einem halben Jahr. Vorerst bleibt es bei diesem einen Mal. Nicht wegen des Infektionsgeschehens, wegen überlasteter Intensivstationen oder wegen der Vorschriften der Bundes-Notbremse, sondern weil es der Senat so will.

Hamburg stimmte sich nicht mit dem Norden ab

Hamburg hat in den 15 Monaten der Pandemie sehr vieles sehr gut gemacht. Zuletzt, als die Stadt Anfang April nach der missglückten bundesweiten Osterruhe einen Alleingang gestartet und die Corona-Regeln verschärft hat. Als Folge ging die Inzidenz deutlich zurück. Nur: Inzwischen tut sie das bundesweit. Die dritte Welle scheint gebrochen, und die Länder geben ihren Bewohnern Freiheiten zurück und den Unternehmern das Recht, wieder zu arbeiten.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Statt sich im Norden abzustimmen, stellt Hamburg lediglich einen Stufenplan für weitere Lockerungen auf. Vielleicht in zwei Wochen will der Senat Ladenöffnungen erlauben. Weitere zwei Wochen darauf wird vielleicht Außengastronomie gestattet. Wieder: Vielleicht. Vielleicht überleben das die Betriebe, vielleicht auch nicht.

Sonderweg des Hamburger Senats

Dass Einkaufen in Läden mit guten Hygienekonzepten genauso verboten bleibt wie Essen und Trinken auf der Terrasse eines Lokals, wo Aerosole bei üblichem Abstand keine Rolle spielen, ist ein Sonderweg, der die Corona-Politik des Senats Akzeptanz kosten wird. So treibt Hamburg die Menschen ins Umland, wobei Bürgermeister Tschen­tscher Mobilität doch unbedingt vermeiden will, wie er gern betont.

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