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Förderung für Schüler: Ein notwendiges Lernprogramm

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Peter Ulrich Meyer
Peter Ulrich Meyer leitet das Ressort Landespolitik des Hamburger Abendblatts.

Peter Ulrich Meyer leitet das Ressort Landespolitik des Hamburger Abendblatts.

Foto: HA / A.Laible

Die Aufhebung des Regelunterrichts bringt Lerndefizite mit sich. Hamburg will allen Schülerinnen und Schülern Förderstunden anbieten.

Hamburg. Diese Rechnung wird erst in den kommenden Jahren vollständig präsentiert werden: Wie groß die Lerndefizite der Schülerinnen und Schüler sind, die aufgrund der Aufhebung des Regelunterrichts an Schulen entstanden sind und weiter entstehen, lässt sich derzeit noch nicht ermessen. Sicher ist, dass auch die sozialen und psychischen Folgen, die sich aus dem monatelangen Wechsel in den Distanzunterricht und dem erzwungenen Verzicht des Kontakts zu Gleichaltrigen ergeben, für die Entwicklung vieler junger Menschen gravierend sein werden.

Es ist richtig, dass die rot-grüne Senatskoalition jetzt ein umfangreiches Förderprogramm auflegt, um die Defizite möglichst frühzeitig jedenfalls abzumildern. Der Unterstützungsbedarf ist besonders dringend bei Kindern und Jugendlichen, die ohnehin schon Lernprobleme haben, und bei Schülern, die von zu Hause keinen Rückenwind erhalten – aus welchen Gründen auch immer.

Der Erfolg hängt vom Engagement der Beteiligten vor Ort ab

Da es sich um ein freiwilliges Angebot handelt, wird ein Aspekt für den Erfolg zentral sein: Wie kann es gelingen, diese Schülerinnen und Schüler zu erreichen und zu motivieren, sich an dem Förderprogramm zu beteiligen und „bei der Stange“ zu bleiben? In diesem Zusammenhang kann das Mentoring-Programm, das die Schulbehörde in Kooperation mit der „Zeit“-Stiftung im neuen Schuljahr starten will, einen wichtigen Beitrag leisten. Die bis zu 1000 Lehramtsstudierenden, die als Mentoren gewonnen werden sollen, können im besten Fall wichtige Wegbegleiter und Ansprechpartner der Schüler über das pure Lernen hinaus werden.

Denn wie bei anderen sinnvollen und gut gemeinten Unterstützungsprogrammen gilt auch hier: Die bereitgestellten Kapazitäten sind das eine – hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt –, der Erfolg hängt entscheidend vom Engagement der Beteiligten vor Ort ab. Es ist richtig, Studierende und pensionierte Lehrkräfte dafür zu gewinnen, weil die Kollegien diese Aufgabe nicht zusätzlich schultern können. Aber wichtig ist die enge Verzahnung der Förderangebote mit dem regulären Unterricht.

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