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Vielfalt im Sport: Frauen an die Fußball-Macht

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Henrik Jacobs
Abendblatt Sportredakteur Henrik Jacobs Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services

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Foto: Marcelo Hernandez / FUNKE Foto Services / MARCELO HERNANDEZ / FUNKE Foto Services

Ein unglaublicher Fall zeigt, was Vereinen und Verbänden fehlt. Wie wäre es, wenn der nächste DFB-Präsident endlich eine Frau wird?

Hamburg. Am Wochenende setzte der HSV ein wichtiges Zeichen. „Nein zu Diskriminierung, Ja zu Toleranz und Vielfalt“, lautete das Motto des Clubs anlässlich des internationalen Tages gegen Rassismus. Beim 2:0-Sieg gegen Heidenheim überzeugte der HSV nicht nur mit einer kollektiven Teamleistung, sondern auch mit einer LED-Bande.

Darauf leuchtete der Spruch: Raute ist Vielfalt. Dabei ging es nicht nur um ein Zeichen gegen Rassismus, sondern auch gegen jegliche Form der Diskriminierung, der Into­leranz und des Sexismus.

Wie wichtig solche Zeichen und Aktionen im deutschen Fußball sind, zeigte sich jetzt mal wieder am Rande eines Regionalligaspiels. Nachdem Mönchengladbachs U-23-Trainer Heiko Vogel eine Schiedsrichterassistentin sexistisch beleidigt haben soll („Frauen haben im Fußball nichts zu suchen“), reagierte der Westdeutsche Fußball-Verband (WDFV) und verordnete Vogel eine Art Straftraining. Er muss bis zum Sommer sechs Trainingseinheiten einer Frauen- oder Mädchenmannschaft leiten. Zu Recht fragt man sich, ob der WDFV eigentlich einen Vogel habe?

Der Fußball braucht mehr Frauen in Führungspositionen

Dass der Fall hohe Wellen der Empörung hervorruft und nicht nur der einsichtige Heiko Vogel um Entschul­digung bat, sondern auch der Verband versuchte, das Eigentor nach dem Eigentor irgendwie zu annullieren, ist einerseits ein gutes Zeichen.

Andererseits zeigen Aktion und Reaktion einmal mehr, wie weit nicht nur einzelne Per­sonen, sondern das ganze System noch entfernt ist von dem Zustand, für den sich auch der HSV ausspricht.

Eine Besserung wird es wohl nur geben, wenn Frauen sich nicht nur gegen solch verstörende Urteile der Verbände wehren, sondern deren Entscheidungen selbst treffen. Wie wäre es denn mal, wenn der mögliche Nachfolger des unter Druck stehenden Fritz Keller als DFB-Präsident – es wäre der 16. Mann an der Spitze des deutschen Fußballs – endlich eine Frau wird? Klar ist: Der Fußball braucht mehr Frauen in Führungspositionen. Nicht nur im DFB, sondern übrigens auch beim HSV.

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