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Kommentar

Wie der Winter die Stadt und ihre Bürger durchatmen lässt

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Elisabeth Jessen
Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Elisabeth Jessen ist stellvertretende Leiterin des Hamburg-Ressorts.

Foto: HA / Andreas Laible

Die weißen Flocken decken gnädig OP-Masken und sonstigen Müll zu, die der Sturm der letzten Tage durch die Straßen geweht hat.

Hamburg. Juchheissassa, der Schnee ist da! Im Advent hat alle Welt weiße Weihnachten herbeigesehnt, und wie in den meisten Jahren ist nichts daraus geworden. Im noch so jungen Jahr 2021 hat sich die weiße Pracht schon zum zweiten Mal über die Stadt gesenkt – und lässt uns ein wenig die trübe Stimmung vergessen.

Die weißen Flocken decken gnädig OP-Masken und sonstigen Müll zu, die der Sturm der letzten Tage durch die Straßen geweht hat. Es ist leiser geworden, weil die Schneedecke die lauten Geräusche dämpft. Es ist Winter. Einer, der seinen Namen verdient! Man kann viele Gründe vorbringen, warum dieses Wetter mit all seinen Begleiterscheinungen schwierig ist.

Da erleiden Hunderte Menschen eine Eisnacht auf der Autobahn, die Bahn kapituliert in vielen Teilen des Landes und stellt den Betrieb ein, und wer kein Zuhause hat, ist schlimm dran. Aber man kann sich in der Großstadt mit dem Schnee bestens arrangieren. Nicht alle, die reflexhaft in ihre Autos steigen, müssen wirklich Unaufschiebbares erledigen. Kinder müssen nicht zur Schule (gebracht werden), viele können im Homeoffice arbeiten.

Gegen Trägheit hilft nichts so gut wie ein Spaziergang in der Winterluft

Und wer doch losmuss, weil es nicht anders geht, dem sollte man den Platz in den Bahnen und auf den Straßen überlassen. Zigtausende Hamburger wären in diesen Wochen in den Skiurlaub gestartet – geht im Pandemiejahr nicht. Dafür ist der Winter jetzt zu uns gekommen. Zuletzt mit Sonne, blauem Himmel und einer Luft, wie sie in den Bergen nicht besser sein könnte, aktuell mit Schnee, der glitzert und staubt wie Puderzucker.

Gegen die Trägheit, die viele von uns in der Pandemie befallen hat, hilft nichts so gut wie ein Spaziergang in der glasklaren Winterluft. Wenn der ganze Körper danach wieder langsam auftaut, schmeckt ein warmer Kakao genauso gut wie auf der Skihütte

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