Meinung
Kommentar

Fußballclubs sind zum Sparen gezwungen

Alexander Laux
Alexander Laux: Sportchef Hamburger Abendblatt

Alexander Laux: Sportchef Hamburger Abendblatt

Foto: Andreas Laible

Kaum Transfers im Profifußball in diesem Corona-Winter. Den Vereinen stehen stürmische Zeiten bevor.

Hamburg. Maßvolles Wirtschaften, diese Strategie hätten viele Fußballanhänger ihrem Leib-und-Magen-Verein schon viel früher gewünscht, man denke nur an die jüngere Vergangenheit des einst so großen Vereins mit den drei Buchstaben. Inmitten der Pandemie blieb den Proficlubs nun aber keine andere Wahl, als zu sparen und mit Einkäufen zu geizen.

Während des am Montag geschlossenen Winter-Transferfensters gaben die Bundesligavereine gerade einmal 50 Millionen Euro für 20 Spieler aus, wobei alleine 20 Millionen Euro auf den teuersten Wechsel fielen: Dominik Szoboszlai tauscht innerhalb der „Red-Bull-Familie“ das Salzburger Trikot mit dem von Leipzig.

Vorbote auf stürmische Zeiten

Zum Vergleich: Vor einem Jahr investierten die Clubchefs 200 Millionen Euro. Ganz zum Erliegen gekommen ist der Markt für ablösepflichtige Spieler in der Zweiten Liga. Mit nur 100.000 Euro Leihgebühr für Omar Marmoush steht St. Pauli mit Braunschweig an der Ausgabenspitze.

Die Zurückhaltung dürfte aber nur ein Vorbote auf das sein, was den Vereinen bevorsteht, nämlich stürmische Zeiten. Volle Tribünen in den Arenen bleiben vorerst Utopie und damit auch das Wiederbeleben des am Boden liegenden Transfermarkts – was in der Folge die Bilanzen vieler Vereine in den roten Bereich schlittern lassen wird.

Spielerwerte sinken

Denn: Der (positive) Hebel für das operative Geschäft ergibt sich für Vereine wie den HSV über Transferaktivitäten. Doch diese Einnahmequelle ist vorerst versiegt, die Spielerwerte sinken. Und negative Jahresergebnisse drohen immer dann, wenn die Spielernutzungsrechte bilanziell abgeschrieben werden, auf der anderen Seite aber kaum Transfererlöse generiert werden.

Auch wenn es hart wird: Das Ende der Maßlosigkeit kann auch ein Gutes haben und wirkt hoffentlich nach, wenn die Pandemie irgendwann besiegt ist.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Meinung