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Sind der HSV und der FC St. Pauli untrainierbar?

| Lesedauer: 2 Minuten
Alexander Laux
Der Autor ist Sportchef beim Hamburger Abendblatt.

Der Autor ist Sportchef beim Hamburger Abendblatt.

Foto: Andreas Laible / HA

Beide Hamburger Zweitligisten befinden sich in einem gefährlichen Abwärtssog. Doch Schuld hat nicht nur der Trainer.

Hamburg. Wer nach positiven Nachrichten im Hamburger Mannschafts-Profisport sucht, muss derzeit einen großen Bogen um den Fußball machen und zum Basketball und Handball schauen. Während die Hamburg Towers vor der Saison viele richtige Personalentscheidungen getroffen haben und überraschend in der Bundesliga in der Spitzengruppe mitmischen, zahlt sich beim Handball Sport Verein Hamburg die kontinuierliche Aufbauarbeit der vergangenen vier Jahre aus. Die Chance zur Rückkehr ins Oberhaus ist da – welch eine Wende!

Die Entwicklung beim HSV und beim FC St. Pauli in den vergangenen Wochen hingegen lässt nur die Skeptiker und Kritiker jubeln, die sich in ihren Prognosen bestätigt fühlen. Die Folge: Nach nicht einmal einem Drittel der Saison rückt der Weg beider Clubs, auf junge, ehrgeizige, aber auch in einigen Bereichen unerfahrene Trainer zu setzen, zunehmend in den Blickpunkt – beispielsweise nach zum Teil unglücklichen Entscheidungen wie denen von Daniel ­Thioune in Sachen Aufstellung.

HSV und FC St. Pauli müssen an Trainern festhalten

Nimmt man die jüngsten Partien zum Maßstab, drängt sich die Erkenntnis auf, dass beide Teams untrainierbar sind. Wer auch immer im Chef-Trainersessel saß oder sitzt: Über kurz oder lang setzen Negativprozesse ein. Die Schuld immer nur beim Fußballlehrer zu suchen, greift jedoch zu kurz.

Gerade in kritischen Phasen – und St. Pauli gilt in der jetzigen Form als klarer Abstiegskandidat und der HSV als Nichtaufstiegsclub – benötigen beide Trainer, Thioune und Timo Schultz, Unterstützung, damit die Spieler ihnen weiter folgen oder wieder folgen.

Alle sind deshalb gefordert, auch die Manager Jonas Boldt und Andreas Bornemann. Denn wenn das ständige Wechseln von Führungsfiguren im Sportbereich die einzige Konstante in einem Club ist, wird es schwer sein, den Kreislauf des Misserfolgs zu durchbrechen. Den Beweis haben beide Hamburger Clubs zur Genüge erbracht.

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