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Sauberkeit ist die Aufgabe aller Bürger

Friederike Ulrich
Abendblatt-Redakteurin Friederike Ulrich

Abendblatt-Redakteurin Friederike Ulrich

Foto: Andreas Laible / HA

Die Mitarbeiter der Stadtreinigung haben schon in normalen Zeiten eine Menge zu tun. Und nun fordert die Pandemie weitere Einsätze.

Hamburg. Die Stadtreinigung gibt sich alle Mühe. Fast 4000 Mitarbeiter sind sieben Tagen die Woche mit der Müllabfuhr und der Reinigung von Straßen, Gehwegen und Grünanlagen beschäftigt. Hinzu kommen der Betrieb der Recyclinghöfe und das spontane Beseitigen von Müllansammlungen, die Bürger über die App oder die Hotline melden – in diesem Jahr war das schon rund 84.000-mal der Fall. Derzeit haben die Frauen und Männer in Orange alle Hände voll damit zu tun, das Laub der 220.000 Straßenbäume zu entsorgen.

Und nun fordern Lockdown und Corona-Pandemie weitere Einsätze. Die 18.069 Abfallkörbe in der Stadt, die bislang 55.536 Leerungen pro Woche erfordern, werden durch 370 weitere Behälter ergänzt, die ebenfalls angefahren werden müssen. Mehr Arbeit beanspruchen die zusätzlich notwendigen Leerungen der 2450 Altpapier- und 2391 Altglascontainer. Das alles ist wegen des geänderten Konsumverhaltens der Bürger notwendig und muss vom Unternehmen geleistet werden können. Es bleibt zu hoffen, dass dann Schluss ist mit überquellenden Papierkörben, verdreckten Gehwegen oder Flaschen und Kartons vor überfüllten Containern.

Doch wir Bürger müssen auch mitmachen. Stadtreinigungs-Chef Rüdiger Siechau hat recht, wenn er uns zu „korrekter Entsorgung nach dem Konsum“ auffordert – und das sind fast strenge Worte aus dem Unternehmen, das sich üblicherweise mit Kritik an Müllmuffeln sehr zurückhält. Es bedarf doch wirklich nur etwas guten Willens, um Kartons zusammenzufalten, damit sie im Container weniger Platz beanspruchen. Um den Pappbecher zum nächsten Papierkorb zu tragen, statt ihn in den schon überquellenden zu stopfen. Angesichts anderer Einschränkungen, die Corona uns auferlegt, sollte das machbar sein – für alle.

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