Meinung
Kommentar

Nachteile bei Wasserstoff-Antrieb: Zukunft gehört E-Autos

Der Autor ist Wirtschaftsredakteur beim Abendblatt.

Der Autor ist Wirtschaftsredakteur beim Abendblatt.

Foto: HA/Klaus Bodig

Flächendeckendes Netz von Stromtankstellen lässt sich wesentlich leichter einrichten als eine europaweite Wasserstoff-Infrastruktur.

Hamburg. Auf die Kombination aus Elektromotor und Batterie als Antriebsform für die Pkw des nächsten Jahrzehnts setzen nicht nur bedeutende Autohersteller wie etwa Volkswagen. Auch die Bundesregierung fördert diese Technologie großzügig – mit Zuschüssen und mit neuen Gesetzen. So wird Mietern und Wohnungseigentümern nun der Zugang zu einer Ladesäule erheblich erleichtert.

Unzweifelhaft hat der batterie­elek­trische Antrieb nicht nur Vorteile. Noch immer benötigt man für die Akkus eine Reihe von Rohstoffen, deren Gewinnung problematisch für die Umwelt und die Menschen in den Herkunftsregionen ist. Und die mit den Batterien erzielbare Reichweite kann mit der eines mit Wasserstoff per Brennstoffzelle betriebenen Autos bisher nicht mithalten.

Wasserstoff wird künftig eine große Rolle für den Transportsektor spielen

Klar ist aber auch: Ein flächendeckendes Netz von Stromtankstellen lässt sich wesentlich leichter einrichten als eine europaweite Wasserstoff-Infrastruktur – Stromleitungen sind eben schon überall vorhanden. Außerdem ist es energetisch deutlich günstiger, Wind- oder Solarstrom einfach ins Netz einzuspeisen und Akkus damit aufzuladen, als erst einmal aufwendig Wasserstoff herzustellen und diesen dann über weite Strecken zu verteilen.

Zwar wird der Wasserstoff künftig eine große Rolle für den Transportsektor spielen – überall da, wo Batterien wegen besonders hohen Energiebedarfs zu groß und zu schwer sein würden, also in Fernstrecken-Lkw, Schiffen und Flugzeugen. Insofern ist Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos), der die Hansestadt zu einer Wasserstoffmetropole machen will, auf dem richtigen Weg. Doch der Klimawandel verlangt schnelle CO 2 -arme Lösungen dort, wo sie verfügbar sind. Für die große Masse der Privatautos ist das heute und auf absehbare Zeit der batterieelektrische Antrieb.