Meinung
Studie

Jeder Dritte nimmt ein Kuscheltier mit auf Reisen

Volker Behrens ist Redakteur im Kulturressort

Volker Behrens ist Redakteur im Kulturressort

Foto: HA

Nicht ohne meinen Teddy: Viele Deutsche vertrauen auch als Erwachsene noch auf Kuscheltiere und nehmen sie sogar mit in den Urlaub.

Weil momentan ja nicht so viele Menschen in Urlaub fahren können, haben die Ferienhausexperten von FeWo-direkt einfach mal 1000 Frauen und Männer nach ihren Bettgefährten gefragt. Nein, nein, nicht so, wie Sie vielleicht denken. Sie wollten einfach wissen, wie sie zu ihren Kuscheltieren stehen. Knapp die Hälfte der Erwachsenen zählt sich demnach noch immer zu den Kuscheltier-Liebhabern. Die meisten davon heimlich, denn eigentlich finden sie es peinlich.

Ein Drittel der dem Kindesalter Entwachsenen nimmt die Seelentröster sogar mit auf Reisen. Und warum? Die einen brauchen sie zum Einschlafen, die anderen für Erinnerungsfotos. Natürlich geht auch hier nichts ohne die sozialen Medien. Hier nennt man die geschmei­digen Wesen „plushfluencer“. Ein naher Verwandter ist übrigens die Schmuse­decke des „Peanuts“-Philosophen Linus, die im Original „security blanket“ heißt.

Die kunstpelzigen Wesen verringern Ängste, ersetzen Partner und vermitteln Geborgenheit

Wirklich verwundern kann das nicht. Ohne die emotional stabilisierenden Tagesabschnittsbegleiter mit dem besonderen haptischen Reiz gäbe es wohl mehr schlaflose Eltern. Natürlich gibt es Spezialisten. Bei Furry Partys schlüpfen erwachsene Menschen in (Kuschel-)Tierkostüme. Andere machten Stephen Kings Buch „Der Friedhof der Kuscheltiere“ zu seinem erfolgreichsten Horror-Roman. Die kunstpelzigen Wesen verringern Ängste, ersetzen Partner und vermitteln Geborgenheit, fanden Verhaltenspsychologen heraus.

Aber muss man sich deshalb schämen? „Warum sollte ein Kuscheltier im Reisekoffer schrulliger sein als die Tatsache, dass manche Menschen ihrem Auto einen Namen geben?“, heißt es in der Untersuchung. Berechtigte Frage. Das muss ich unbedingt gleich mal mit meinem Teddy besprechen.